Zum Umgang mit der Macht

Über den Umgang mit Macht hat Karin Rasmussen beim Netzwerktreffen Ende September gesprochen.

Der Begriff Macht wird oft so definiert, dass diejenigen, die einen großen Namen oder einen wichtigen Posten haben, diejenigen sind, die Macht ausüben.

Nach der Definition von Karin ist Macht „die Fähigkeit, andere Menschen zu beeinflussen“ – und hat also nicht unbedingt etwas mit der gesellschaftlichen Stellung zu tun. Kleine Kinder üben Macht aus, indem sie uns durch Geschrei dazu bringen, das zu tun, was sie wollen.

Oft werden wir auch dazu erzogen, keine Macht ausüben zu wollen oder zu glauben, dass wir es nicht können. Typisch sind hier Sätze wie „Du hast nichts zu sagen“ und ähnliches.

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Gib niemals einen Traum auf wegen der Zeit, die es braucht, diesen zu erreichen. Die Zeit vergeht sowieso. (Earl Nightingale)

Bei einer Klavierlehrerin war eine Schülerin zu einer Probestunde angemeldet. Eine etwa sechzigjährige Frau betrat den Raum und erzählte: „Es war schon seit meiner Kindheit mein Traum, Klavierspielen zu lernen. Aber als ich klein war, da konnten meine Eltern sich die Unterrichtsstunden nicht leisten. Und später dann hatte ich wegen der beruflichen und familiären Verpflichtungen keine Zeit dazu. Nun aber will ich es einmal probieren!“
Die Lehrerin erklärte der Dame alles und diese absolvierte die ersten Übungen am Klavier – und es lief gar nicht schlecht.
Nach der Probestunde meinte die Frau, es habe ihr sehr gefallen, aber sie brauche doch noch etwas Bedenkzeit.

Zwei Tage später rief sie bei der Klavierlehrerin an: „Die Probestunde hat mir wirklich Spaß gemacht. Aber wissen Sie: Bis ich richtig gut auf dem Klavier spielen kann, vergehen bestimmt zehn Jahre, dann bin ich schon 70…“
Die Lehrerin antwortete lächelnd: „Ja, das stimmt. Und wissen Sie was? Wenn Sie jetzt nicht mit dem Klavierspielen anfangen, dann sind Sie in zehn Jahren auch 70.“
Drei Tage später hatte die Dame ihre erste reguläre Klavierstunde.

Johanna Madrasch

PS: die Geschichte habe ich mal irgendwo gelesen, ich kann mich aber nicht erinnern, wo das war.

„Mit der Zeit nimmt Deine Seele die Farbe Deiner Gedanken an“ (Marc Aurel)

Kennst Du sie auch, diese Menschen, die alles durch die „rosarote Brille“ sehen – und die anderen, die alles „schwarzsehen“? Solche Menschen haben einen sehr einseitigen Blick auf sich, auf ihre Umgebung und auf das Leben, und das empfinden wir oft als nicht normal.

Meine Freundin Brigitte zum Beispiel, die hat definitiv eine „rosarote“ Einstellung. Die ist so gutgläubig und hilfsbereit, dass es schon an Naivität grenzt. Sie wird oft ausgenutzt und schafft es, sich sogar die negativen Erfahrungen schönzureden bzw. Entschuldigungen für die anderen zu  finden. Ich mag Brigitte sehr, aber ein Zusammensein mit ihr kann auch sehr anstrengend sein, da ich immer in Versuchung bin, sie auf den „Boden der Tatsachen“ zurückzuholen – in die Realität, die ich als richtig empfinde. Weil sie sich mit ihrer „esoterischen“ Einstellung oft selbst schadet bzw. Probleme und Handlungsbedarf nicht sieht oder falsch einschätzt.

Das Gegenteil davon ist mein (ehemaliger) Bekannter Jörg. Der sieht überall nur das Negative, immer vermutet er Lug und Betrug. Und natürlich ist er überzeugter Anhänger diverser Verschwörungstheorien. Jeder Kontakt mit ihm –selbst wenn es nur ein kurzes Telefonat oder eine Nachricht war – hat mich sehr belastet, hat bei mir zu schlechter Laune geführt. Daher habe ich die Beziehung völlig abgebrochen.

Wie kommt es, dass Menschen die Realität so unterschiedlich wahrnehmen und interpretieren?

Die Hirnforschung hat herausgefunden, dass wir das sehen bzw. wahrnehmen, auf das wir uns fokussieren. Im Alltag bekommt unser Gehirn unendlich viele Eindrücke, die es sortieren und verarbeiten muss. Dabei wird der allergrößte Teil als „unwichtig“ klassifiziert und gar nicht bewusst registriert. Nur die Informationen, mit denen wir uns beschäftigen, die wir als relevant klassifizieren, dringen in unser Bewusstsein vor und werden von uns wahrgenommen.

Das kennst Du sicherlich auch. Zum Beispiel, wenn Du darüber nachdenkst, dass Du Dir ein neues Auto kaufen willst. Vielleicht den neuesten VW Golf? Und plötzlich siehst Du überall Golfs – die Straßen sind voll damit. Das war doch vorher nicht so?
Oder wenn Du einen Kinderwunsch hast – dann wimmelt es plötzlich überall von Schwangeren und Eltern mit Babys.

Genauso wie mit den Golfs und den Babys funktioniert unser Gehirn auch mit anderen Dingen: mit Ängsten und Gefahren, mit Freude und Schönheit, mit positiven und negativen Emotionen.

Sich das bewusst zu machen, halte ich für sehr wichtig. Denn wie schon vor ca. 1900 Jahren der Philosoph und Kaiser Marc Aurel mit dem Spruch „Mit der Zeit nimmt deine Seele die Farbe deiner Gedanken an“ klarmachen wollte: es ist ganz wichtig, was wir über uns selbst und unsere Umgebung, unsere Lebenssituation und die Weltsituation im Allgemeinen denken – denn das hat einen großen Einfluss darauf, wie es uns geht. Im Extremfall sehen wir alles rosarot oder schwarz, im Idealfall befinden wir uns irgendwo in der Mitte. Wobei der „Idealzustand“ sicherlich bei jedem anders ist, und auch je nach Tagesform schwankt.

Mir ist es wichtig, klarzustellen, dass wir die Farbe unserer Seele – also wie es uns geht – selbst beeinflussen können. Indem wir uns bewusst machen, was und wie wir denken. Wenn wir ständig nur Probleme wälzen, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn alles grau erscheint. Und wenn wir überall nur die schönen Dinge wahrnehmen, dann übersehen wir vielleicht Warnzeichen, wo in unserem Leben etwas schiefzulaufen droht.  

Zu beobachten, wie und was man denkt, sich die inneren Dialoge bewusst machen – das ist ganz wichtig für die seelische Gesundheit. Und darauf wollte Marc Aurel hinweisen.

Wenn Dir das schwerfällt, hier ein kleiner Tipp: führe mal eine Weile ein Tagebuch.
Schreib einfach täglich auf, was Dir so durch den Kopf geht – völlig ungefiltert und ehrlich, nur für Dich selbst.
Was das für einen Sinn hat? Zum einen ist das im Moment des Schreibens  sehr erleichternd und befriedigend – es ist schön, wenn man Dinge ausformuliert und an das Tagebuch „abgibt“.
Und richtig spannend wird es dann, wenn man die Einträge nach einer Weile – also wenigsten ein paar Wochen später, damit da schon eine gewisse Distanz ist – noch einmal durchliest. Da entdeckt man dann Muster und Themen, die man vorher nicht gesehen hat.

Also: beobachte Deine Gedanken, beeinflusse sie auch bewusst – damit Deine Seele eine schöne Farbe hat  🙂

Johanna Madrasch

Einen Löwen interessiert es nicht, was die Schafe über ihn denken

Dieser Spruch ist der Leitspruch einer Frau, die ich vor kurzem kennengelernt habe.
Sie hat sich vor einiger Zeit selbständig gemacht, und dabei ist sie leider von ihrem Umfeld kaum unterstützt worden. Im Gegenteil, ihre Familie und sogar ihr Ehemann waren gegen ihre Selbständigkeit und haben versucht, ihr diesen Schritt auszureden. Sie haben sie für verrückt erklärt, dass sie ihren sicheren Job im Öffentlichen Dienst aufgegeben hat, um ihren Traum zu verwirklichen.

Wie sie mir erzählte, hat diese negative Reaktion sie sehr belastet, und mehr als einmal hat sie daran gezweifelt, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Obwohl sie im Herzen eigentlich ganz klar wusste, dass es für sie das für sie Richtige ist.

Dann ist ihr der Spruch „Einen Löwen interessiert es nicht, was die Schafe über ihn denken“ im Internet begegnet.
Und in dem Moment wurde ihr klar, dass ihre Familie und die anderen Zweifler aus ihrem Umfeld die Schafe sind, die immer nur auf ihrer sicheren langweiligen Weide stehen und vor sich hin grasen.

Sie dagegen ist die Löwin, die rausgeht, die jagen muss (nach Aufträgen), die Revierkämpfe ausficht (mit den Mitbewerbern), die sich behaupten muss…  die also ein komplett anderes Leben führt als ein Schaf.

Sie hat mir erzählt, dass der Druck durch die negative Einstellung ihres Umfeldes von ihr abfiel, als sie anfing, die Kritiker als Schafe und sich selbst als Löwin zu sehen. Und sie hat aufgehört, sich zu rechtfertigen und mit ihnen zu diskutieren und damit Energie zu verschwenden – denn Schafe können sowieso nicht verstehen, was Löwen antreibt.

Mir hat diese Frau sehr imponiert, denn ich stelle es mir sehr schwierig vor, ohne Unterstützung vom Ehepartner und von Familie und Freunden und sogar gegen deren Widerstand den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Dazu gehört sehr viel Mut und Kraft und das Herz einer Löwin.

Übrigens hat sie mir dann noch erzählt, dass sie sich die notwendige Ermutigung, Unterstützung und Motivation bei anderen Selbständigen (anderen Löwen) holt, die in ähnlicher Situation sind und die sie verstehen.

Aus diesem Grund sind Netzwerke so wichtig, bei denen man Gleichgesinnte trifft – wie z.B. „Barbara Fischer & Friends“ 🙂

Johanna Madrasch

Warte nicht darauf, dass die Menschen Dich anlächeln … zeige ihnen, wie es geht (Pippi Langstrumpf)

Wenn man jemanden anlächelt, dann signalisiert man: Ich sehe Dich, ich nehme Dich wahr, ich bin Dir freundlich gesinnt. Eigentlich ganz einfach.

Aber warum fällt es uns dann oft so schwer, warum begegnen sich die Menschen im öffentlichen Raum meist mit griesgrämigen Gesichtern, sehen sich nicht an, starren auf ihr Handy?

Ich habe manchmal den Eindruck, als gäbe es ein ungeschriebenes Gesetz, dass man Fremde, denen man zufällig begegnet, möglichst ignoriert. Dass man ihnen nicht freundlich gegenübertritt oder gar Kontakt aufnimmt.

Das finde ich sehr schade, denn solche kleinen Begegnungen machen doch das Leben lebenswerter. Kinder machen uns das vor, sie nehmen ihre Umgebung aufmerksam wahr, gehen auf Fremde zu, sprechen sie an – und in der Regel freut sich der Angesprochene darüber.

Das können wir Erwachsenen doch auch: ein nettes Wort zur Verkäuferin im Supermarkt, ein Dank an den Paketboten, der einem das Paket in die vierte Etage gebracht hat, ein freundlicher Blick und ein Lächeln für die täglich gleichen Mitfahrer morgens in der U-Bahn (ich weiß, der Vorschlag mit der U-Bahn ist gewagt – das ist eher was für Fortgeschrittene).

Ich versuche solche Dinge zu praktizieren, weil ich denke, dass es meinen Alltag angenehmer macht und dass der/die Gegenüber sich über solche einfachen Gesten freut.

Und manchmal beginne ich sogar mit Fremden ein kleines Gespräch! Und dabei lernt man tatsächlich interessante Menschen kennen 🙂

Zum Beispiel habe ich vor einiger Zeit im Bus neben einer Dame gesessen und wir haben uns kurz unterhalten (wirklich kurz, ungefähr zwei Sätze lang) – über das Wetter, der Klassiker.
Dann bin ich ausgestiegen, um in die U-Bahn umzusteigen. Und wer steht auf dem Bahnsteig ein kleines Stück weiter? Die Dame aus dem Bus.
Statt sie zu ignorieren – wie es wohl die meisten gemacht hätten – habe ich sie angesprochen. „So sieht man sich wieder…“ ist nicht originell, aber immerhin ein Gesprächsanfang. Und es hat sich dann ein sehr interessantes Gespräch entwickelt (die U-Bahn war mal wieder „unregelmäßig“). Am Ende haben wir Kontaktdaten ausgetauscht und sie hat mich zu einer ihrer Veranstaltungen eingeladen und ich habe sie zu einer meiner Veranstaltungen eingeladen.

Ein anderes Beispiel: Neulich war ich mit meinem Mann in der Kirschblütenallee bei Teltow spazieren. Dort begegnete uns ein Paar, der Mann machte Fotos von seiner Partnerin unter der Blütenpracht. Die Frau hatte ein Kleid an, das farblich perfekt zu dem Rosa der Kirschblüten passte – das sah richtig toll aus. Und das habe ich ihr auch gesagt, einfach so. Ein strahlendes Lächeln ging über ihr Gesicht, sie hat sich über mein Kompliment offensichtlich sehr gefreut. Und ihr Partner guckte irritiert – gar nicht, weil ich als Fremde seiner Frau ein Kompliment machte, sondern weil  er offensichtlich die perfekte Farbzusammenstellung noch gar nicht bemerkt hatte (Männer!).

Versuch es einfach mal: Lächle die Menschen an, denen Du zufällig begegnest, sag ihnen ein freundliches Wort. Du wirst überrascht sein, was das bewirkt: Du bekommst bessere Laune, der Angesprochene bekommt auch bessere Laune und fühlt sich als Mensch wahrgenommen – und vielleicht entwickelt sich sogar ein kleines nettes Gespräch.

Und die Welt wirkt gleich ein bisschen freundlicher.

Johanna Madrasch

Erfolg hat drei Buchstaben: TUN

Einer meiner Lieblingssprüche ist „Erfolg hat drei Buchstaben: TUN“ vom guten alten Goethe, der hängt bei mir am Schreibtisch. Denn immer wieder passiert es mir, dass ich Chancen verpasse, weil ich zwar Ideen und Pläne habe, aber nicht ins Handeln komme.

Ein Beispiel: vor einigen Wochen gab es einen Wettbewerb, bei dem es um die Entwicklung einer kreativen Projektidee ging. Und ich hatte eine Super-Idee!
Ich habe viel darüber nachgedacht – wie ich das Projekt organisieren würde, wie ich mein Konzept bildlich darstelle, wie ich die Vorteile meiner Idee richtig rüberbringe etc.
Aber ich habe das leider nie zu Papier bzw. in den PC gebracht, habe  immer alles nur im Kopf gehabt. Die praktische Umsetzung – also das TUN – habe ich vor mir hergeschoben, bis es zu spät war. Irgendwann wurde mir klar, dass ich nicht mehr genug Zeit hatte, meine Projektidee in eine vorzeigbare Präsentation zu packen, die ich bei der Wettbewerbs-Jury einreichen könnte.
Über diese verpasste Chance habe ich mich fürchterlich geärgert.

Wahrscheinlich geht es sehr vielen Menschen so, und ist es auch früher vielen Menschen so gegangen, schon zu Zeiten von Goethe. Der allerdings scheint sich den Spruch zu Herzen genommen zu haben – nur so kann ich mir seine vielfältigen Aktivitäten und hohe Produktivität erklären.
Ich nehme mir immer wieder vor, mir an ihm ein Beispiel zu nehmen.

Johanna Madrasch