“Der Zauber steckt immer im Detail.” Theodor Fontane

Als Unternehmer und Selbständige brauchen wir oft langfristiges Denken. Wir planen im Großen und stellen neue Konzepte und Ideen auf, die dann getestet und für gut oder weniger gut befunden werden. Wir arbeiten Produkte aus oder trennen uns von nicht-funktionierenden Projekten.

Wenn wir dann mit der Lupe an unsere Arbeit gehen, entdecken wir lauter Details im großen Ganzen.
Doch was ist zuerst da? Die große Idee oder das Detail? Oder führt das eine zum anderen?
Ich bin generell ein Mensch mit Liebe für Details, und neue Werke und Projekte entstehen in der Regel zuerst aus solch einem Detail. Dieses Detail ist die Basis für die große Idee. Für mein Solo-Theater entsteht eine neue Inszenierung beispielsweise oft aus einer Idee für ein Kostüm, das ich gern tragen würde. Ausgehend von diesem Kostüm überlege ich dann, was für ein Stück oder Thema überhaupt zu diesem Kostüm passen würde.

Das ist eine eher ungewöhnliche Herangehensweise, die jedoch oft zu innovativen Ideen führt. Auch mein Gruppendrang-Kurs entstand aus einer Detail-Idee – nämlich dem Wunsch „Inkubator“ zu sein. Daraus strickte ich dann ein entsprechendes Kursangebot, das sich als Erfolg herausstellte.

Ich überlege außerdem, welche Details meine Arbeit für meine Kunden besonders machen. Welche Kleinigkeiten sind bei mir anders als bei anderen?
Ein Beispiel ist mein Spielzeit-Magazin, das praktischerweise nicht nur meinen Kunden, sondern auch mir selbst einen Überblick und Einblick in meine Arbeit gibt.

Wenn wir ins Detail schauen, haben wir viel mehr Möglichkeiten, schnell und leicht etwas zu verändern. Ihr wollt nachhaltiger arbeiten? Überlegt euch vor dem nächsten Flyerdruck genau, wie viele ihr wirklich braucht und wählt Recycling-Papier aus (das sogar billiger ist als das Standard-Papier). Ihr wollt eure Kunden zur Weihnachtszeit überraschen? Ein handgeschriebener Brief, wie es Johanna Madrasch vorschlägt, ist eine tolle Idee.
Die Liebe zum Detail kann als Routine in den Arbeitsfluss eingebaut werden. Wir können uns regelmäßige Zeitfenster nehmen, um unseren Arbeitsalltag, unseren Online-Auftritt, unsere SocialMedia-Seiten oder auch die Kundenbeziehungen mal mit der Lupe anzuschauen und kleine Details zu ändern oder neu zu etablieren.

Die Liebe zum Detail ist auch immer eine Wertschätzung des Kunden … oder in meiner Arbeit auch des Publikums.

Detailverliebtheit ist keine Perfektion. Sie ist nicht mehr und nicht weniger als die Liebe und Aufmerksamkeit, die wir einer Sache zukommen lassen.

Nichts ist so gewiss wie die Ungewissheit

Ich weiß nicht mehr genau, von wem ich diesen Satz zuerst gehört oder wo ich ihn gelesen habe. Deshalb kann ich ihn auch nicht wirklich als Zitat ausweisen. Aber der Gedanke dahinter ist schon spannend. Wenn wir doch wüssten, was auf uns zukommt! Dann würden wir sicher in manchen Fragen andere Entscheidungen treffen. Oder doch nicht?

Mich hat diese Ungewissheit gestern in das neue Futurium getrieben. Ein Museum der Zukunft? Das ist doch in sich an Paradoxon! Wie kann in einem Museum etwas zu sehen sein, was es noch gar nicht gibt? Und wer kann denn wissen, was da ausgestellt werden muss und was nicht?

Genau das hat mich neugierig gemacht. Und siehe da- die Macher haben gar nicht den Anspruch, es schon zu wissen. Sie wollen mit uns allen gemeinsam darüber ins Gespräch kommen, wie wir in Zukunft leben WOLLEN. Als ob es danach ginge! Meine Vorfahren mehrerer Generationen haben mir doch beigebracht, dass es niemals danach geht, was wir wollen. Unsere Wünsche haben genau genommen beinahe fast gar nichts zu sagen. Und jetzt auf einmal wird da öffentlich gefragt. Das ist eine echte Herausforderung!

Also habe ich mir eine Diskussionsrunde gegönnt, deren Fragen mich berührten. Es ging um Utopien und um die Frage, wie wahrscheinlich sie sind. Eine Frage fand ich – weil sie meine Zielgruppe, die Führungskräfte betrifft – ganz besonders spannend: „Wird es in Zukunft keine Chefs/Chefinnen mehr geben?“

Der Referent sprach aus eigener Erfahrung von einem kollektiv geführten Unternehmen und von Entscheidungen, für die ganze Teams Verantwortung tragen. „Na gut“ dachte ich, so ganz neu ist das ja nicht. In den meisten Familien gibt es ja schon ähnliche Erfahrungen. Wenigsten manchmal. So als Beispiel, wenn es um den sonntäglichen Speiseplan geht.

Also mal ehrlich: wer braucht schon einen Chef, oder sogar gleich mehrere davon?

Wie sich zeigte, wünschte sich etwa die Hälfte des Publikums aber doch, dass es auch in Zukunft Führungskräfte geben sollte. Oder man konnte sich einfach nicht vorstellen, wie das gehen soll – so ganz ohne „die da oben“.

Und da hat es bei mir wieder mal „Klick“ gemacht. Wir brauchen sie nämlich doch! Wenn wir selbst nicht genug Überblick haben, es uns an Erfahrung oder generell an Kompetenz fehlt und wir uns der Verantwortung gar nicht stellen wollen oder können.

Es müssen nur nicht immer die gleichen sein! Und sie müssen auch nicht „oben“ sein! Es kann durch aus ohne Chef-Posten gehen, wenn die Verantwortung nach der größten Kompetenz aufgeteilt wird. Je komplexer nämlich Prozesse und Probleme sind, umso seltener verfügt ein einzelner über alle notwendigen Ressourcen und das erforderliche Know-how.

Also mir gefällt der Gedanke, dass irgendwann in Zukunft jeder und jede „Chef“ oder „Chefin“ sein kann, auf dem Gebiet der größten Kompetenz und genau dann, wenn es gebraucht wird. Also ohne Posten, ohne Karrierewettbewerbe, ohne Genderquoten und ohne Machtspielchen, einfach durch fachliche, soziale und emotionale Kompetenz.

Auf diese Zukunft bin ich sehr gespannt. Und sie scheint nicht mehr sehr fern zu sein …

Ich wünsche Euch allen den kompetentesten Chef für jedes Eurer Probleme!

Eure Karin Rasmussen

Wer fragt, bekommt mehr.

Drei Geheimnisse der finanziellen Souveränität hatte uns Martín Hiller für das Netzwerktreffen im August zu verraten versprochen.

Er eröffnete seinen Vortrag mit einer schönen Geschichte, die davon handelte, dass ein Mann bei Sturm und Gewitter mit seinem Auto an einer Bushaltestelle vorbei kam. An der Haltestelle warteten drei Personen auf den Bus, dessen Ankunft angesichts des Wetters eher ungewiss war. Diese Personen waren eine alte Frau, die zum Arzt musste und sichtlich Hilfe brauchte, sein bester Freund, dem er sein Leben verdankte und dem er auf keinen Fall einen Gefallen ausschlagen konnte und wollte, sowie die Frau seiner Träume. Leider handelte es sich bei seinem Auto nur um einen Zweisitzer, sagen wir mal einen Smart, sodass er maximal eine Person hätte mitnehmen können.

Ich verrate an dieser Stelle nicht die Auflösung, da diese Geschichte ja gern einmal erzählt wird als Beispiel dafür, wie wir unsere eigenen Annahmen für Tatsachen halten. Nur soviel sei gesagt: Es steht nirgendwo geschrieben, dass der Fahrer immer derselbe sein muss. 😉

„Wer fragt, bekommt mehr.“ weiterlesen

Das Leben dauert zwei Tage. Einer davon ist jetzt.

Das Leben dauert zwei Tage. Einer davon ist jetzt.

Dieses Zitat stammt von einer Postkarte, auf der eine Schwarz-weiß-Aufnahme zu sehen ist von einer Frau, die auf einem Deko-Elefanten sitzt und lacht. Das Bild drückt für mich genau die Lebensfreude aus, die diese zwei Sätze beschreiben.

Die Karte habe ich vor ein paar Jahren in Zürich gekauft und sie passte damals so perfekt zu meiner Situation, dass ich mir vornahm, diesen Spruch ab sofort zu meinem Lebensmotto zu machen.

Ich hatte mich damals gerade selbständig gemacht, verdiente noch kein Geld damit und wusste auch nicht, wie sich das Ganze weiter entwickeln würde. Eine Reise nach Zürich, das bekanntermaßen ja ein recht teures Pflaster ist, war also einigermaßen unvernünftig.

Dennoch haben wir – mein damaliger Freund und heutiger Ehemann und ich – uns ganz spontan dazu entschieden, nachdem wir Aufnahmen aus Zürich im Fernsehen gesehen hatten. Eigentlich war eine ganz andere Reise geplant. 😉

Die Entscheidung war genau richtig, ich denke noch heute mit Freude an die schöne Zeit, die wir dort verlebt haben, und schaue mir die Fotos an, die wir dort gemacht haben.

Natürlich ist es generell sinnvoll, sich an seinen finanziellen Möglichkeiten zu orientieren. Und natürlich muss man, gerade als Selbstständiger, auch in die Zukunft schauen und mittel- und langfristig planen.

Der Blick in die Vergangenheit kann helfen, Dinge zu verstehen und aus Fehlern zu lernen, für die Zukunft können wir die Weichen stellen.

Was wir aber dabei nicht aus den Augen verlieren sollten, ist, dass das Leben selbst genau jetzt passiert und unsere ganze Aufmerksamkeit verdient.

Zürich, Blick vom Lindenhof auf den Limmat und das Fraumünster
Zürich, Blick vom Lindenhof auf den Limmat und das Fraumünster

“Mit dem, was du selbst tun kannst, bemühe nie andere.” Thomas Jefferson

Es gibt viele Gründe, weshalb Menschen sich für die berufliche Selbständigkeit entscheiden. Man kann genau das zu arbeiten, was man selbst möchte. Man hat die Möglichkeit, seine Arbeitszeiten freier einzuteilen und auf die eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden. Man kann weniger oder mehr arbeiten als als Angestellter. Man arbeitet eher für sich selbst als für andere. Man kann eigene Ideen umsetzen. Aber einer der wichtigsten Gründe für mich ist: ich darf alles selbst machen!
Das was für andere eher eine Last ist, ist für mich die Lust an der Selbständigkeit. Die Möglichkeit, Dinge selbst zu tun, nicht auf andere zu warten, Entscheidungen alleine treffen und aktiv ins Handeln kommen, auf ganz praktische Weise – genau das brauche ich für meine berufliche Zufriedenheit.

Natürlich ist es oft sinnvoll, Aufgaben abzugeben. Gerade dann, wenn wir sie selbst nicht gut beherrschen, sie eine Last für uns sind und es jemand anderen gibt, der in der Bewältigung der Aufgabe bewanderter und motivierter ist.
Manchmal geben wir Aufgaben aber zu schnell ab. Aufgaben, die wir durchaus relativ mühelos selbst bewältigen können, deren Anfang uns aber schwerfällt. Den Lohn der Überwindung sollten wir jedoch nicht unterschätzen. Eine Aufgabe, vor der wir uns erst gedrückt haben, letztendlich wirklich selbst zu erledigen, macht uns nicht nur stolz, sondern auch selbstsicherer. Sie lässt uns wachsen und in unsere Fähigkeiten vertrauen.

Selbständigkeit ist nicht nur eine Form Erwerbstätigkeit, sondern auch ein Wert. Ein Wert, der mit Eigenständigkeit, Wachstum und Reife verbunden ist.
Es ist ein Wert, den wir gleichzeitig anstreben, aber auch fürchten.
Als Kind leben wir in Abhängigkeit von unseren Eltern und anderen erziehenden Personen. Diese Abhängigkeit sorgt dafür, dass wir keine komplette eigene Entscheidungsgewalt haben, schenkt uns aber den Luxus der Verantwortungslosigkeit.
Wenn jemand anderes über unser Leben bestimmt, müssen wir keine Verantwortung tragen. Wir müssen uns als Kind (in der Regel) keine Gedanken machen, wie wir uns verpflegen oder wo wir schlafen. Wir denken nicht darüber nach, mit wem wir zusammenleben und wer zu Besuch kommt.
Und das ist gut so, denn wir brauchen die Energie für unsere eigene Entwicklung, um uns als Individuum zu finden, um zu lernen. Je mehr wir uns dessen bewusst werden, was uns wichtig ist und wer wir sind, desto autarker beginnen wir zu agieren.
Optimalerweise wird uns die Freiheit, die wir dafür brauchen, nach und nach gewährt.

Die Aufgabe, ein Individuum sich als Individuum begreifen und entwickeln zu lassen, es dabei zu unterstützen und später in die absolute Freiheit zu schicken, ist – finde ich – eine der schwersten.

Über die Jahre habe ich gelernt, dass es vielen Menschen umso besser geht, je selbständiger sie sein dürfen. In meinen Kursen will ich diese Selbständigkeit fördern und den Teilnehmern somit vor Augen führen, zu was sie eigentlich fähig sind.
Lange hatte ich Angst, mich selbst als Gruppenleitung damit überflüssig zu machen. Bis ich auf die Idee kam, genau das als Herausforderung und Thema zu nehmen. So entstand ein Kurs, der das klare Ziel hat, die Teilnehmer am Schluss in die Selbständigkeit zu entlassen, sie von mir unabhängig zu machen. Manchmal funktioniert es gut, manchmal nicht. Ich mache weiterhin Fehler und so sehr ich Angst vor Fehlern habe, so wichtig sind sie auch, um weiter zu kommen, besser zu werden. Und solange ich Dinge selbst mache, solange mache ich auch selbst Fehler. Fehler, aus denen ich selbst unmittelbar lernen kann.

Selbständig bedeutet für mich, selbst zu entscheiden, was ich wann, wie, wo und mit wem mache. Und das will ich zelebrieren.

Vom Ziel haben viele Menschen einen Begriff, nur möchten sie es gerne schlendernd erreichen. Johann Wolfgang von Goethe

Oje! Immer, wenn ich dieses Zitat lese, bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Denn ich strenge mich wirklich gar nicht gerne an. Aber scheinbar ist dies eine der größten Tugenden, nach denen der Mensch streben sollte: sich anzustrengen. Und das auch noch gerne, freiwillig, mit Begeisterung!

Fast täglich bekomme ich Einladungen zu Seminaren, Workshops oder ganzen Kursen, in denen ich lernen soll, mein Mindset (also meine Art, die Welt und mein Leben zu betrachten, meine Glaubenssätze, meine Denkweise) zu verändern. Ich denke scheinbar falsch?

Bisher habe ich immer geglaubt, dass aller Fortschritt zustande kam, weil die Menschen sich ihr Leben leichter machen wollten. Ich dachte wirklich, das Rad wurde erfunden, um weniger tragen und weniger rennen zu müssen. Heute bewundern wir Sportler, die schneller rennen als jeder normale Mensch und die trotzdem langsamer sind, als jedes Auto. Und wir bauen Maschinen, die immer größere Lasten bewegen – ohne auf Gewichtheber herabzuschauen, die mit Muskelkraft viel weniger Last bewegen.

Irgendwie scheint es doch nicht nötig, dass JEDER sich IMMER anstrengt. Wenn ich zum Beispiel bei einem Vortrag auf der Bühne stehe, habe ich gar nicht das Gefühl, mich anzustrengen. Für andere wäre das möglicherweise anstrengend, aus den unterschiedlichsten Gründen. Natürlich bin ich vorbereitet, natürlich habe ich mir Gedanken gemacht und an meinem Vortrag gefeilt – aber ich habe dabei Spaß! Es ist eine Arbeit, die mir leicht fällt, weil ich sie gut kann. Ich kann sie gut, weil ich sie gerne tue. Deshalb tue ich sie auch oft. Und weil ich sie oft tue, werde ich darin immer besser. Diese Arbeit macht mir immer mehr Spaß, je öfter ich sie tue. Es ist mir – sozusagen – ein innerer Spaziergang.

Vielleicht kennt Ihr das, man nennt es „Flow“. Die Arbeit läuft praktisch wie von allein, alles passt zusammen, man ist in Bestform und vergisst Raum und Zeit und auch alle Ablenkungen, manchmal sogar die Pausen. Es fühlt sich nicht anstrengend an, sondern befriedigend, mitreißend, geradezu beglückend. Ich wünsche jedem, dass die eigene Arbeit so läuft, dass Ziele so erreicht werden können. Was es dafür braucht?
Selbsterkenntnis!

Der Mensch ist ein wunderbar multi-funktionales Wesen! Wir können (fast) alles lernen, uns an unglaublich viele Anforderungen und verschiedene Bedingungen anpassen, immer wieder Schwierigkeiten meistern – und damit immer wieder unsere eigenen Talente und Fähigkeiten weiter entwickeln. Nur tun wir das häufig nicht „artgerecht“, also entsprechend unserer individuellen Persönlichkeit, sondern unter dem Druck vermeintlicher Notwendigkeiten. Irgendwer will immer etwas von uns, von irgendwem werden immer Forderungen gestellt und Erwartungen geäußert. Oder wir werden unter Druck gesetzt, zu irgendetwas unseren Beitrag zu leisten …

Also ZIELE zu erreichen. Nur: sind das unsere eigenen Ziele? Haben wir überhaupt die Chance, eigene Ziele zu erkennen? Und dürfen wir eigene Ziele haben?

Ich bin überzeugt davon, dass jeder Mensch etwas ganz Besonderes ist – und dass diese Besonderheit das wertvollste ist, womit wir für andere da sein können. Denn nur durch den Austausch dieser Besonderheiten können wir uns gegenseitig ergänzen und bereichern. Allein ist ein einzelner Mensch immer unvollkommen. Wir können vielleicht irgendetwas besser als andere – aber wir brauchen die Anderen, weil diese uns brauchen und weil sie uns dafür mit denjenigen Fähigkeiten zur Verfügung stehen, die wir selbst nicht so gut beherrschen, für die wir uns anstrengen müssen. Wenn also jede/r von uns Gelegenheit bekommt, das zu tun, was uns am meisten Spaß macht, weil wir dafür das größte Talent haben, wenn wir das immer öfter tun und darin immer besser werden, dann könnte es auch immer leichter werden! Dann könnte es unser größtes Ziel werden, für andere auf leichten Wegen nützlich zu sein und Spaß daran zu haben. Dann müssten wir uns weniger anstrengen und würden dennoch bessere Ergebnisse erreichen.

Meinen Coaching-Kunden rate ich oft: wenn es zu anstrengend wird, überprüfe Deine Ziele! Wo kommen sie her? Folgen sie nur einer Mode, einer äußeren Erwartung oder gar einer Vorgabe? Sind es wirklich DEINE Ziele?

Wenn ich dann als Antwort ein „man muss doch“ erhalte, dann weiß ich, dass die Anstrengung riesig wird und die Erfolgsaussichten trotzdem gering sind. Und bisher hat sich immer wieder herausgestellt, dass gerade die gefühlte Anstrengung ein ganz wichtiges Signal ist, dem bald darauf Erschöpfung, Enttäuschung, Frust und manchmal die Kündigung oder gar der Burnout folgt.

Also, ehe Du Dich anstrengst, um ein Ziel zu erreichen, das nicht DEIN Ziel ist, überlege lieber, was Du gern tust, was dir Spaß macht, worin Du Erfüllung findest. Dann darf und wird es nämlich auch leicht sein – und genau deshalb doppelt wertvoll für Dich und die Anderen. Denn die können daran ihre Freude haben, weil es ihnen die Anstrengung erspart. Es darf leicht sein, denn es ist Dein Leben!

Karin Rasmussen

Männer sind anders, Frauen auch.

Barbara Fischer begrüßt die Teilnehmer.

Am letzten Freitag fanden sich in bester Sommerlaune Männer und Frauen ein, um dem Impuls von Katja Rossel zu weiblichen und männlichen Kommunikationsmustern zu lauschen. Denn obwohl man meint, dass dieses Thema bereits landläufig und ausgiebig diskutiert wurde, sind doch noch immer viele Fragen offen und die Missverständnisse verbreitet.

Barbara Fischer stellt das Netzwerk BF & Friends vor.

Obwohl natürlich jeder Mensch beide Seiten in sich trägt, hilft es zum besseren Verständnis, die extremen Ausprägungen zu beschreiben und anzuschauen. Hier geht es nicht darum, Fehler in der Kommunikation zu suchen, sondern – auf weibliche Art – zu zeigen, was funktioniert.

„Männer sind anders, Frauen auch.“ weiterlesen

Gib niemals einen Traum auf wegen der Zeit, die es braucht, diesen zu erreichen. Die Zeit vergeht sowieso. (Earl Nightingale)

Bei einer Klavierlehrerin war eine Schülerin zu einer Probestunde angemeldet. Eine etwa sechzigjährige Frau betrat den Raum und erzählte: „Es war schon seit meiner Kindheit mein Traum, Klavierspielen zu lernen. Aber als ich klein war, da konnten meine Eltern sich die Unterrichtsstunden nicht leisten. Und später dann hatte ich wegen der beruflichen und familiären Verpflichtungen keine Zeit dazu. Nun aber will ich es einmal probieren!“
Die Lehrerin erklärte der Dame alles und diese absolvierte die ersten Übungen am Klavier – und es lief gar nicht schlecht.
Nach der Probestunde meinte die Frau, es habe ihr sehr gefallen, aber sie brauche doch noch etwas Bedenkzeit.

Zwei Tage später rief sie bei der Klavierlehrerin an: „Die Probestunde hat mir wirklich Spaß gemacht. Aber wissen Sie: Bis ich richtig gut auf dem Klavier spielen kann, vergehen bestimmt zehn Jahre, dann bin ich schon 70…“
Die Lehrerin antwortete lächelnd: „Ja, das stimmt. Und wissen Sie was? Wenn Sie jetzt nicht mit dem Klavierspielen anfangen, dann sind Sie in zehn Jahren auch 70.“
Drei Tage später hatte die Dame ihre erste reguläre Klavierstunde.

Johanna Madrasch

PS: die Geschichte habe ich mal irgendwo gelesen, ich kann mich aber nicht erinnern, wo das war.

„Schenken heißt, einem anderen etwas geben, was man am liebsten selbst behalten möchte.“ Selma Lagerlöf

Ab und zu nehme ich mir eine Urlaubswoche. Ich arbeite dann trotzdem, aber mehr nach Lust und Laune. Ich versuche ein bisschen Urlaubsstimmung in den Alltag zu bringen, schlafe morgens lange aus und starte zum Beispiel mit einem schönen Buch in den Tag. Außerdem meide ich in dieser Urlaubswoche Facebook.

In der letzten Woche hatte ich eine Urlaubswoche und habe mir dieses Mal vorgenommen, ein wenig Sommerpost an Freunde zu schreiben. Ich bin zwar nicht verreist, aber über Urlaubspost freut man sich doch immer, egal woher sie kommt, nicht wahr? Also packte ich kleine Päckchen und verschickte Postkarten und Briefe.
Das war quasi mein Auftakt zum „Geschenke-Sommer“, denn viele meiner Freunde und Familie haben im Sommer Geburtstag. Weitere Post steht schon in den Startlöchern und wird in den nächsten Wochen zu den jeweiligen Geburtstagen verschickt.

Ich war schon immer eine begeisterte Schenkerin! Geben ist immer befriedigender als Nehmen, denn man hat das Gefühl, etwas zu bewirken, einen anderen Menschen glücklich(er) zu machen. Schenken hat nicht zwingend etwas mit Materiellem oder Geldwerten zu tun, sondern mit dem Wunsch, dem anderen etwas zu geben, was mir wichtig ist.
Wenn man es runterbricht, ist das in den allermeisten Fällen Lebenszeit. Sobald ich jemand anderem Zeit schenke, gebe ich etwas für mich essentiell wichtiges weg oder teile es mit der Person.
Und das Geschenk der Zeit ist unbezahlbar.

Auch in meiner Arbeit bin ich immer wieder dankbar, wie großzügig meine Kursteilnehmer Zeit und Engagement an die Gruppe verschenken. Wieviel Einsatz sie zeigen, was sie für Ideen einbringen, wie sie sich gegenseitig unterstützen. Wieviel Essen sie bei den Aufführungen heranschaffen und welche Kontakte sie spielen lassen. Und ohne diese Großzügigkeit geht es nicht, kommt keine Aufführung zustande.

Ohne Großzügigkeit funktioniert auch Liebe nicht. Liebe vermehrt sich, wenn ich sie verschwende. Je knauseriger ich im Verteilen meiner Liebe bin, desto mehr verkümmert sie.
Mit der Kreativität ist es genauso – auch sie ist ein Gut, das sich nicht verbraucht, sondern – im Gegenteil – stärker wird, je öfter ich es nutze. Wir können in so vielen Dingen großzügig sein und sind es meist doch nicht. Wir haben soviel zu geben, in freien Stücken, so viel Reservoir, das größer wird, je mehr wir davon verschenken.
Wir schöpfen dieses Reservoir aber nicht aus. Aus Angst. Aufgrund schlechter Erfahrungen, in denen unsere Großzügigkeit missbraucht wurde, in denen wir verletzt wurden. Aber fühlen wir uns besser, wenn wir das Reservoir geschlossen halten? Wenn wir nichts mehr raus- und somit auch nichts mehr reinlassen?
Wie wäre es, wenn wir TROTZ dieser negativen Erfahrungen großzügig sind? Dann gewinnen wir. Dann öffnen wir uns wieder und erleben, wie schön es sein kann, zu schenken.
Und großzügig heißt nicht unvorsichtig, sondern eben nur – großzügig.

Vielleicht macht auch ihr diesen Sommer zu einem Geschenke-Sommer? Und verschickt Urlaubspost von zu Hause?

Sarah Bansemer

Ein YouTube-Video ist kein Podcast.

Netzwerktreffen Barbara Fischer & Friends mit Vortrag von Brigitte Hagedorn

Mit diesen Worten räumte Brigitte Hagedorn gleich eingangs mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf.

Ja klar, werden jetzt manche sagen. Ein YouTube-Video ist ja auch ein Film und ein Podcast ist nur zum Hören. Aber weit gefehlt. Auch ein Audiobeitrag ist noch kein Podcast und ein Video kann durchaus Teil eines solchen sein.

Barbara Fischer eröffnet das Netzwerktreffen.

Ein Podcast an sich ist weder das eine noch das andere, sondern eine Technologie, die es ist ermöglicht, Audio- oder Videodateien per RSS-Feed zu abonnieren.

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