Online Netzwerken, aber wie?

Netzwerktreffen Barbara Fischer & Friends online bei Jitsi

Videoplattformen im Vergleich

Am letzten Freitag im Mai gab es wieder eine Online-Version des Netzwerk-Treffens Barbara Fischer & Friends.

Nachdem wir beim letzten Mal das neue Format zunächst einmal erprobt und uns virtuell ausgetauscht hatten, erfreute die Gastgeberin diesmal mit einem informativen Kurzvortrag zum Thema „Videoportale im Vergleich“.

Das Thema hatte sich bereits beim letzten Treffen angedeutet, nachdem es einige Diskussionen über Datensicherheit bei Zoom, Stabilität und Qualität bei Jitsi und hohe Preise bei Whereby gegeben hatte.

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Das Netzwerken in Zeiten von Corona

An dieser Stelle sollte schon seit einer Woche der übliche Eventbericht nach dem Netzwerktreffen Barbara Fischer & Friends stehen.

Zuvor hatte ich bereits einen anderen Artikel geplant, der das Leben in der aktuellen Ausnahmesituation des Corona-Lockdowns beschreiben sollte. Das hat an dieser Stelle Sarah aber schon schneller und besser auf den Punkt gebracht als ich, so dass ich nicht gleich mit meinem Senf hinterher kommen wollte.

Man kann also sagen, dass mir zumindest in diesen Zeiten das Schreiben nicht so leicht von der Hand geht.

Das Netzwerktreffen fand aus bekannten Gründen diesmal online statt, als ersten Test hatte ich zu einer Watch Party in unserer Facebook-Gruppe eingeladen. Das funktionierte so semi-gut; das Video von Natascha war super und auch ich konnte mit meinem Smartphone ein Live-Video aufnehmen, das zwar ein bisschen leise, aber sonst ganz akzeptabel war.

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Die Krise als Inspiration

Es ist noch keine zwei Wochen her, als plötzlich für viele ein ganz neues Leben begann. Von einem Tag auf den anderen haben viele Selbständige und Freiberufler fast alle Aufträge und Arbeits-Möglichkeiten verloren.

Als Kulturschaffende bin auch ich besonders betroffen, wenn ich auch das Glück habe, als Solo-Unternehmerin recht flexibel auf die Krise reagieren zu können. Meine laufenden Theaterkurse habe ich nach gemeinsamen Gesprächen mit meinen Teilnehmenden fast alle abgesagt. Dann war die Frage: Wie kann ich meine Offline-Arbeit online weitermachen? Wie kann Theaterunterricht im digitalen Raum stattfinden?

Im ersten Moment wirkte diese Umstellung eigenartig. Nicht direkt beängstigend, aber wie eine Last. Ein Wieder-von-vorne-anfangen. Alles neu lernen. Seit über einer Woche dreht mein Kopf durch, sammelt Input, vernetzt sich mit anderen, sitzt in Zoom-Meetings und -workshops, plant eigene Angebote, programmiert Webseiten um und saugt alles auf.

Das ist anstrengend, aber auch gleichzeitig aufregend. Aufregend neu und ungewohnt. Die kreative Energie wird herausgekitzelt und es findet ein großer Umbruch statt. Nicht nur bei mir persönlich, sondern auch bei allen anderen Theater- und Kulturschaffenden sowie in der ganzen Gesellschaft. Diese Krise wird uns für den Rest unseres Lebens als wichtiger Abschnitt unseres Lebens begleiten. Eine Phase, die wir niemals vergessen werden – weshalb ich angefangen habe, täglich einen Tagebucheintrag in meinem Blog zu schreiben:
https://theaterberlin.blogspot.com/

Jeder hat jetzt seine eigene Umstellung. Für manche ändert sich der Tagesablauf gar nicht, manche stehen mit gleichzeitem Homeoffice, Kinderbetreuung und Haushalt unter extremem Stress, andere sind in systemrelevanten Berufen, überarbeitet und unter Druck.
Diese Phase wird irgendwann vorbei sein, doch wir wissen noch nicht, wann das so ist.
Bis dahin müssen wir in dieser verrückten neuen Welt für uns eine neue Normalität, einen ganz eigenen Alltag finden, einen Umgang mit den Herausforderungen, die wir jetzt haben.

Diese Krise zwingt uns also ein Umdenken auf. Und das kann durchaus positiv sein! Viele Dinge, mit denen wir uns schon immer mal auseinander setzen wollten, liegen jetzt auf dem Tablett für uns bereit. Themen, vor denen wir uns ein wenig gedrückt haben, zwingen sich uns jetzt auf. Wir haben jetzt die Chance, genau das zu lernen, was für uns wichtig ist – seien es neue Skills oder das Zurückbesinnen auf uns selbst und unsere Stärken. So oder so wird die Krise uns verändern, wenn wir uns dieser Chance öffnen. Trau dich!

Sarah Bansemer

Jahresplanung mit Herzenswährung

Barbara Fischer & Friends im Februar

Dass man auch Ende Februar noch einmal über seine Jahresplanung nachdenken kann, führte uns am Freitag Carmen Ebeling vor Augen.

Als beratende Betriebswirtin unterstützt sie ihre Kundinnen dabei, ihren Wert zu definieren, Angebot und Preise zu formulieren und zielgerecht zu arbeiten. Dabei geht es nicht nur um Zahlen, sondern auch um Werte und Wertbewusstsein.

In ihrem Vortrag verdeutlichte sie uns, wie beide Themen auch bei der Jahresplanung Berücksichtigung finden können und sollen.

Carmen Ebeling

Natürlich müssen wir uns zunächst fragen, was uns finanziell wichtig ist, was wir verdienen müssen und möchten. Haben wir hier einen Zielbetrag ermittelt, wird er als nächstes auf unsere Honorare heruntergebrochen. Sehr wichtig hier: der Faktor Zeit.

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„Sei klüger als die anderen, wenn du kannst, aber sag es ihnen nicht“ (Lord Chesterton)

Der britische Krimi-Schriftsteller Gilbert Keith Chesterton (1874 – 1936), der Erfinder von Pater Braun, gab diesen Ratschlag seinem Sohn. Das ist zwar ungefähr hundert Jahre her, aber meiner Meinung nach immer noch aktuell.

Immer wieder begegne ich Menschen, die das Gefühl haben, intelligenter oder besser ausgebildet zu sein als ihr Gegenüber, und die andere Menschen ihre vermeintliche Überlegenheit auch deutlich spüren lassen. Und vor dieser Einstellung warnte Lord Chesterton seinen Sohn. Denn sich selbst „für etwas Besseres“ zu halten und das auch zu zeigen, das kommt nicht gut an.

Vor einiger Zeit ist mir solch ein junger Mann begegnet, als ich in einer Bildungseinrichtung zu tun hatte. Wir haben in einer Arbeitsgruppe ein Projekt besprochen, und die Projektleiterin bat einen Praktikanten, der an dem Projekt mitarbeitete, ein paar Blätter zu kopieren, damit alle reingucken konnten. Die Reaktion des Praktikanten: „Dafür habe ich nicht studiert, dass ich hier kopieren muss“ – und blieb sitzen und schaute herausfordernd in die Runde. Alle starrten ihn entgeistert an, und schließlich sagte die Projektleiterin: „Wir alle haben studiert, wer soll denn deiner Meinung nach nun die Kopien machen?“. Dem Praktikanten ging nun doch auf, dass seine Reaktion vielleicht nicht angemessen war, und er trollte sich zum Kopierer. Als ich zwei Wochen später wieder in dem Institut war, arbeitete er dort nicht mehr.

Der wichtige Punkt hier ist der Unterschied zwischen Kompetenz und Überheblichkeit.
Kompetenz – also wenn man sein Thema gut beherrscht und darin vielleicht sogar besser ist als die anderen – das kann man natürlich zeigen und das wird auch anerkannt.

Das ist aber noch lange kein Grund, andere Menschen von oben herab zu behandeln. Vielleicht haben die auf anderen Gebieten auch Expertenwissen oder besondere Begabungen – nur weiß man davon nichts.

Außerdem gebietet es auch einfach der selbstverständliche Respekt vor jedem Mitmenschen, diesen höflich zu behandeln, egal, wer oder was er ist.

Ich halte es daher wie Muhammed Ali. Der berühmte Boxer hat berichtet, dass er, wenn er mit „wichtigen“ Leuten in ein Restaurant zum Essen ging, genau beobachtete, wie diese das Servicepersonal behandelten. Wenn die Leute unfreundlich und überheblich den Kellnern gegenüber waren, dann hat Ali keine Geschäfte mit ihnen gemacht.

Sein Argument: „Mich würden sie genauso schlecht behandeln, wenn ich nicht zufällig reich und berühmt wäre“.

Johanna Madrasch

Das Aufräumfest

Netzwerktreffen Barbara Fischer & Friends
Mauela Höfner

Zum letzten Mal in diesem Jahr haben wir uns am letzten Freitag zum Netzwerktreffen Barbara Fischer & Friends zusammengefunden. Die kommenden Feiertage schon im Blick hat uns Manuela Höfner zu einem Aufräumfest eingeladen.

Das Aufräumen ist in den Köpfen vieler Menschen mit negativen Emotionen verknüpft. Es gilt als unangenehme Tätigkeit, ähnlich der Steuererklärung. Wen wundert’s, dass Manuela – ihres Zeichens Steuerfachwirtin – auch hier mit Lösungen aufwarten kann.

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„Wo Mann und Frau aufhört, da fängt der Mensch an.“ ugly duckling (Deutsches Theater)

Das Leben ist schon eins der Härtesten. Da kommen wir auf diese Welt, die so viele interessante Dinge für uns bereithält, die wir erfahren, erkunden und ausprobieren können.
Wir wachsen heran und entdecken Vorlieben und Interessen. Wir entwickeln Enthusiasmus und Schaffensdrang. Wir haben Lust, die Welt zu erobern, ob im Kleinen oder im Großen, gemeinsam oder allein.

Alles wäre so angenehm und schön … wenn da nicht das leidige Thema Geschlecht wäre.

Ob wir mit viel oder wenig Selbstvertrauen durch die Welt gehen, ist zur Hälfte genetisch festgelegt, der Rest entsteht durch Prägung und Erfahrungen.
Spätestens wenn wir erwachsen sind, realisieren wir, dass unser Geschlecht Vorteile und Nachteile mit sich bringt. Dass wir verschieden sind, steht außer Frage. Doch je nachdem, wie wir sozialisiert sind, in welchem Umfeld wir uns bewegen und mit welchen Medien wir uns umgeben, haben wir eine unterschiedliche Einstellung zu den geschlechtlichen Unterschieden und Gemeinsamkeiten.

Der „Gesellschaft“ gefällt es natürlich, wenn sich Frauen und Männer bzw. Mädchen und Jungen entsprechend der ihnen zugewiesenen Geschlechterrollen verhalten. Das macht es einfacher und überschaubarer. Wir lieben Regeln und die Trennung nach (biologischem) Geschlecht ist so wunderbar simpel. Das kann jeder verstehen und sich auch daran halten. Aber macht uns diese Trennung glücklich?
Ich habe das Gefühl, je mehr wir die Geschlechter voneinander abgrenzen, desto mehr benachteiligen wir uns gegenseitig. Je mehr wir trennen, desto schwieriger machen wir uns das Leben. Wir beginnen Dinge zu fordern, die uns vielleicht gar nicht liegen. Und die wir gar nicht wollen.
Indem wir den Geschlechtern Attribute zuschreiben, üben wir einen enormen Druck aus. Das klassische Männer- und Frauenbild lässt uns wenig Spielraum, uns frei zu entfalten und alle unsere Seiten offen zu leben.

Das Thema Gleichberechtigung der Geschlechter ist kein neues, aber auch noch gar nicht so wahnsinnig alt. Momentan befinden wir uns in einer neuen Feminismus-Welle, die besonders auch sehr junge Menschen mitreißt und motiviert, Gleichberechtigung zu fordern und zu leben.
Viele sehen nur eine Moral-Polizei in diesen jungen Leuten, aber jede Veränderung ist am Anfang immer unangenehm und störend. Es braucht eine gewisse Kraft und viel Druck, um gegen Widerstände anzukommen. Da ist es logisch, wenn es zu Aggressionen und Ablehnung kommt. Dennoch passiert dabei etwas ganz Wichtiges: Gleichberechtigung ist in aller Munde und in den Medien als Thema präsent.

Auch mir ist das Thema wichtig. Ich versuche, Gleichberechtigung zu leben – so gut es mir möglich ist.
In meinem Beruf als Theaterpädagogin, die auch viel Regie führt, begleitet mich das Thema tagtäglich – bei der Stückauswahl, bei der Rollenverteilung, bei der Inszenierung. Denn immer wieder ist es notwendig, gängige Geschlechterrollen zu erkennen, zu hinterfragen und jedes Mal neu zu entscheiden, ob es sinnvoll ist, sie in dem konkreten Fall zu bedienen oder nicht.
Ich ermuntere meine Gruppen, auch außerhalb der Klischees zu denken und Rollen mit anderen Geschlechtern zu besetzen als vorgegeben.
In meiner eigenen Regie-Arbeit und in meinem Solo-Theater macht es mir Freude, die Geschlechter komplett zu mischen oder auch mal gar nicht wirklich zu definieren, denn Menschen sind immer Menschen – mit den gleichen Emotionen und Verhaltensweisen. Vielleicht ist den Zuschauenden das Geschlecht irgendwann ganz egal …

Die Schwierigkeiten wachsen, je näher man dem Ziele kommt. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Jahresende!!!

Da gerät so mancher in eine Alarm-Stimmung. Schnell noch ein Projekt zu Ende bringen, Endspurt zum Ziel, letzte Reserven mobilisieren, Anstrengungen intensivieren und so weiter, um WAS damit zu erreichen?

Ist dieses magische Datum, der letzte Tag des Jahres, tatsächlich so entscheidend? Müssen wir „fertig werden“, um am Ersten Januar oder bestenfalls am zweiten irgendetwas „von vorn“ anzufangen? Wir haben uns angewöhnt Bilanz zu ziehen, ehe wir einen Neuanfang starten. Doch: das hat mit dem tatsächlichen Leben nicht wirklich viel zu tun. Schon lange sind die Zeiten vorbei, in denen erst eine Aktion abgeschlossen wurde, ehe man die neue in Angriff nahm.

Projekte laufen parallel in verschiedenen Reifestadien. Einige Ziele haben wir schon fast vergessen, weil wir sie bereits vor Monaten erreicht haben. Von anderen Vorhaben haben wir uns verabschiedet, weil sie nicht mehr in unser Leben passten oder ihren Sinn verloren hatten. Und auch manche Beziehung hat sich während des zurückliegenden Jahres verändert.

Vielleicht ist diese Zeit des Rückblicks auf Erreichtes ganz sinnvoll, wenn sich Entscheidendes ändert. Das am Kalender, respektive am Jahreswechsel festzumachen, ist aber schwierig. In vielen Bereichen ändert sich nämlich gerade in dieser Zeit eher wenig. Im Gegenteil: Man hat den Eindruck, dass sich immer weniger bewegt, alles langsamer geht und die meisten Menschen eher mit Weihnachtsvorbereitungen und Privatangelegenheiten beschäftigt sind, als mit dem Erreichen wichtiger Ziele.

Aber möglicherweise entsteht dieser Eindruck auch gerade dadurch, dass zum Ende hin alles schwieriger zu werden scheint, wie der alte Goethe mit 60 Jahren in den „Wahlverwandtschaften“ feststellte?

Anfänge sind oft einfach. Der erste Schritt, die geringste Tat – und schon verändert sich etwas im Leben. Es tauchen Widerstände und Gegner auf, die vorher gar nicht zu erkennen waren. Aus dem Schwung und der Begeisterung des Anfangs wird das fleißige Durchhalten und Weiterkämpfen in den Mühen der Ebenen. Und es kommen Zweifel auf, ob sich die ganze Anstrengung auch lohnen wird, ob das Ziel erreichbar ist.

Je länger und je erfolgreicher man ein Ziel verfolgt, umso wichtiger werden Partner. Deshalb ist Freundschaft und Kooperation wichtiger als Kampf oder gar Sieg! Trotzdem ziehen wir ausgerechnet am Jahresende Bilanz. Die meisten von uns tun das im Kreise ihrer Lieben – die vielleicht im Verlauf des Jahres zu kurz gekommen sind. Weihnachten als Fest der Familie ist vielleicht sogar eine Art der Wiedergutmachung. Auch die Wegbegleiter zum Ziel, die nicht zur Familie gehören – also Freunde, Kollegen, Partner und sogar Kunden besinnen sich jetzt. Nur warum gerade jetzt? Stecken wir uns gegenseitig an? Lassen wir uns von der Jahresendzeit-Stimmung durch die Werbung überrollen?

Ich mache mir bei der „Inbetriebnahme“ eines neuen Kalenders als erstes Notizen über wichtige Meilensteine in meinen laufenden Projekten. Das sind die Daten, an denen ich Bilanz ziehe. Dazu gehört auch, mich bei meinen Wegbegleitern zu bedanken und mit ihnen gemeinsam zu feiern. Deshalb habe ich am Jahresende oft viel freie Zeit. Die nutze ich zur Erholung und zur Entspannung. Kein Stress, keine Jagd nach Geschenken, keine Reisen in überfüllten Zügen oder auf verstopften Autobahnen. Deshalb ist das Jahresende für mich auch kein Ziel-Termin. Meine verschiedenen Ziele reifen zu verschiedenen Zeiten mit unterschiedlichen Schwierigkeiten weiter. Mein Leben geht nämlich einfach weiter.

Das wünsche ich auch all meinen Freunden, Kollegen, Partnern und Kunden. Ziele zu erreichen schafft Höhepunkte – der Kalender kann sie bestenfalls dokumentieren.

Also: Zum Jahresende die besten Wünsche für alle Eure abgeschlossenen, laufenden und neu hinzukommenden Ziele und natürlich für Euer ganz persönliche Wohlergehen!

Eure Karin Rasmussen

Zusammenkommen ist ein Beginn. Zusammenbleiben ist ein Fortschritt. Zusammenarbeiten ist ein Erfolg. (Henry Ford)

Dieses Zitat von Henry Ford beschreibt kurz und knackig , wie es einem geht, wenn man als Selbständiger Kooperationen eingehen möchte und gemeinsame Projekte mit anderen plant. Er unterteilt die Entwicklung und Umsetzung von Kooperationen in drei Schritte, im Prinzip gilt das aber für jede Art von Beziehung.

Das erste Stadium des Zusammenkommens erreicht man recht oft. Auf Netzwerktreffen oder bei anderen Gelegenheiten knüpft man Kontakte mit anderen Selbständigen oder Unternehmern, mit denen man sich gerne zusammentun möchte. Da wird festgestellt, dass die Angebote sich ergänzen und es werden Projektideen und andere Planungen für eine Zusammenarbeit angedacht. Dies ist dann der Beginn einer möglichen Kooperation.

Beim zweiten Stadium setzt man sich dann zusammen und bespricht die Einzelheiten und Bedingungen der Zusammenarbeit. Hier kommt dann raus, ob man die gleichen Vorstellungen vom gemeinsamen Projekt hat und ob „die Chemie stimmt“. Haben alle Parteien die gleiche Basis, sind die verschiedenen Ideen und Fähigkeiten der Beteiligte kompatibel, dann kann es an die Planung der Details und die Umsetzung gehen, der „Fortschritt“ nach Henry Ford ist erreicht.

Schon öfter aber habe ich erlebt, dass in diesem Stadium festgestellt wird, dass man besser nicht zusammenarbeitet. Weil die Erwartungen zum Projekt und vom gewünschten Ergebnis zu verschieden sind. Weil es unterschiedliche Vorstellungen darüber gibt, wer sich wie und in welchem Umfang einbringen soll. Weil man feststellt, dass man sich menschlich doch nicht so gut versteht, wie anfangs gedacht. Oder weil irgendetwas anderes nicht passt…

In solch einem Fall sollte man die geplante Zusammenarbeit lieber sein lassen. Denn es kostet nur Zeit und Nerven, wenn man gewaltsam versucht, passend zu machen, was nicht passt. Wenn man aber den Eindruck hat, dass man gut zusammenarbeiten kann, dann geht es weiter:

Im dritten Stadium geht es um die konkrete Umsetzung der Pläne. Jeder leistet seinen Teil der Arbeit, hält Verabredungen ein, unterstützt sich gegenseitig, wenn mal was schief zu laufen droht – das klingt so selbstverständlich, ist es aber nicht.
Oft zeigt sich erst in der tatsächlichen Zusammenarbeit, dass die Vorstellungen vom geplanten Projekt, die eingebrachten Fähigkeiten und Ressourcen und das Engagement doch nicht zusammenpassen. Oder es kriselt menschlich, kommt zu Konflikten.

Wenn das Projekt in diesem dritten Stadium in Schlingern gerät, dann ist das besonders ärgerlich. Denn es wurde schon Zeit, Energie und meistens auch Geld investiert. Darum kann man die Zusammenarbeit meist auch nicht mehr so einfach beenden. Wenn es nicht gelingt, irgendwie wieder auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen und das Projekt noch durchzuziehen, dann ist das sehr ärgerlich.
Henry Ford hat gewusst, dass die gelungene Zusammenarbeit nicht einfach ist, dass da Planänderungen und gegenseitige Zugeständnisse möglich sein müssen – er hat das oft genug selbst erlebt.

Darum bezeichnet er erst die gelungene Zusammenarbeit als „Erfolg“.

Johanna Madrasch