„Schenken heißt, einem anderen etwas geben, was man am liebsten selbst behalten möchte.“ Selma Lagerlöf

Ab und zu nehme ich mir eine Urlaubswoche. Ich arbeite dann trotzdem, aber mehr nach Lust und Laune. Ich versuche ein bisschen Urlaubsstimmung in den Alltag zu bringen, schlafe morgens lange aus und starte zum Beispiel mit einem schönen Buch in den Tag. Außerdem meide ich in dieser Urlaubswoche Facebook.

In der letzten Woche hatte ich eine Urlaubswoche und habe mir dieses Mal vorgenommen, ein wenig Sommerpost an Freunde zu schreiben. Ich bin zwar nicht verreist, aber über Urlaubspost freut man sich doch immer, egal woher sie kommt, nicht wahr? Also packte ich kleine Päckchen und verschickte Postkarten und Briefe.
Das war quasi mein Auftakt zum „Geschenke-Sommer“, denn viele meiner Freunde und Familie haben im Sommer Geburtstag. Weitere Post steht schon in den Startlöchern und wird in den nächsten Wochen zu den jeweiligen Geburtstagen verschickt.

Ich war schon immer eine begeisterte Schenkerin! Geben ist immer befriedigender als Nehmen, denn man hat das Gefühl, etwas zu bewirken, einen anderen Menschen glücklich(er) zu machen. Schenken hat nicht zwingend etwas mit Materiellem oder Geldwerten zu tun, sondern mit dem Wunsch, dem anderen etwas zu geben, was mir wichtig ist.
Wenn man es runterbricht, ist das in den allermeisten Fällen Lebenszeit. Sobald ich jemand anderem Zeit schenke, gebe ich etwas für mich essentiell wichtiges weg oder teile es mit der Person.
Und das Geschenk der Zeit ist unbezahlbar.

Auch in meiner Arbeit bin ich immer wieder dankbar, wie großzügig meine Kursteilnehmer Zeit und Engagement an die Gruppe verschenken. Wieviel Einsatz sie zeigen, was sie für Ideen einbringen, wie sie sich gegenseitig unterstützen. Wieviel Essen sie bei den Aufführungen heranschaffen und welche Kontakte sie spielen lassen. Und ohne diese Großzügigkeit geht es nicht, kommt keine Aufführung zustande.

Ohne Großzügigkeit funktioniert auch Liebe nicht. Liebe vermehrt sich, wenn ich sie verschwende. Je knauseriger ich im Verteilen meiner Liebe bin, desto mehr verkümmert sie.
Mit der Kreativität ist es genauso – auch sie ist ein Gut, das sich nicht verbraucht, sondern – im Gegenteil – stärker wird, je öfter ich es nutze. Wir können in so vielen Dingen großzügig sein und sind es meist doch nicht. Wir haben soviel zu geben, in freien Stücken, so viel Reservoir, das größer wird, je mehr wir davon verschenken.
Wir schöpfen dieses Reservoir aber nicht aus. Aus Angst. Aufgrund schlechter Erfahrungen, in denen unsere Großzügigkeit missbraucht wurde, in denen wir verletzt wurden. Aber fühlen wir uns besser, wenn wir das Reservoir geschlossen halten? Wenn wir nichts mehr raus- und somit auch nichts mehr reinlassen?
Wie wäre es, wenn wir TROTZ dieser negativen Erfahrungen großzügig sind? Dann gewinnen wir. Dann öffnen wir uns wieder und erleben, wie schön es sein kann, zu schenken.
Und großzügig heißt nicht unvorsichtig, sondern eben nur – großzügig.

Vielleicht macht auch ihr diesen Sommer zu einem Geschenke-Sommer? Und verschickt Urlaubspost von zu Hause?

Sarah Bansemer

Ein YouTube-Video ist kein Podcast.

Netzwerktreffen Barbara Fischer & Friends mit Vortrag von Brigitte Hagedorn

Mit diesen Worten räumte Brigitte Hagedorn gleich eingangs mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf.

Ja klar, werden jetzt manche sagen. Ein YouTube-Video ist ja auch ein Film und ein Podcast ist nur zum Hören. Aber weit gefehlt. Auch ein Audiobeitrag ist noch kein Podcast und ein Video kann durchaus Teil eines solchen sein.

Barbara Fischer eröffnet das Netzwerktreffen.

Ein Podcast an sich ist weder das eine noch das andere, sondern eine Technologie, die es ist ermöglicht, Audio- oder Videodateien per RSS-Feed zu abonnieren.

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Verstehen kann man das Leben nur rückwärts. Leben muss man es vorwärts. Søren Kierkegaard

Wegscheide

Für mich heißt das: Du bist nie gut genug vorbereitet!

Auch wenn ich es versuche, so viel wie möglich zu beachten und zu bedenken, es passiert in meinem Leben ständig etwas Unvorhersehbares. Meistens sind es Kleinigkeiten, die ich nicht erwartet oder übersehen habe. Aber manchmal gibt es auch große Überraschungen. Und dann muss schnell eine passende Reaktion gefunden werden. Vielleicht muss ich mich entscheiden – für oder gegen etwas. Oder ich muss um-organisieren. Termine verlegen, andere informieren, zusätzliche Vorbereitungen treffen. Manchmal muss ich auch auf etwas verzichten oder ich muss eine Chance nutzen, sonst ist sie vorbei …

Hinterher bin ich dann meist schlauer. Ich kann ziemlich genau erklären, wie es kommen konnte, dass … Oder wie es besser gewesen wäre, wenn …

Ich glaube, das kennt jeder von uns. Es kommt immer wieder vor, dass wir eine Entscheidung nachträglich anders gestaltet hätten, wenn wir es vorher besser gewusst hätten. Mancher verbringt sein ganzes Leben mit solchen Vorher-Nachher-Geschichten, um sich und anderen die eigene Biografie zu erklären. Nur: dadurch ändert sich die Biografie ja nicht!

Und da wir (außer vielleicht die Hellseher unter uns) nicht vorher genau wissen können, was als Nächstes und was in fernerer Zukunft passieren wird, müssen wir immer mit dem Risiko von „Fehlern“ leben. Einer meiner verdienstvollen Mentoren hat mir mal in so einer brenzligen Situation, als ich nicht wusste, wie ich mich „richtig“ entscheiden sollte, erklärt: „Jede Entscheidung ist zu dem Zeitpunkt, wo sie getroffen wird, eine richtige Entscheidung, wenn sie auf bestem Wissen und Gewissen beruht. Solange Du Deine Entscheidung vertreten kannst und berücksichtigst, was Du weißt, hast Du Dich richtig entschieden.“ Eigentlich ist das logisch, denn jeder Verstoß gegen meine Werte und gegen mein Wissen wäre eine falsche Entscheidung. Zumindest dachte ich das ziemlich lange.

Doch dann fiel mir wieder ein, wie viel Wissen mir noch fehlt. Und wie viele Menschen ebenfalls noch mehr Wissen suchen. Und meine Lehrer fielen mir wieder ein, mit dem oft zitierten Spruch: „Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben“. Allerdings hatte sich das während meiner Schuljahre oft genau umgekehrt angefühlt.

Wie kann man sich also darauf vorbereiten, das Leben „vorwärts“ zu leben? Sicher, lernen ist die beste Strategie – und zwar aus allem, was Dir und um Dich herum geschieht. Denn je mehr Du kannst und weißt, umso variantenreicher kannst Du auf das Unvorhergesehene reagieren. Aber reicht das?

Inzwischen denke ich, dass ich sehr viel Einfluss habe auf das, was mit mir und um mich herum geschieht. Egal, ob es um Umweltschutz, sozialen Frieden, Gesundheit oder meine Speaker- und Coacheinsätze geht: Ich kann wählen, was ich in die Welt bringe. Ich entscheide selbst, welchen Themen ich mich widme, mit welchen Menschen und Firmen ich kooperiere oder wen ich für welche Aufgabe wähle. Und so hat es auch Kierkegaard wahrscheinlich gemeint: Dem Leben das eigene Gesicht und den eigenen Inhalt zu geben ist sinnvoll – auch, wenn wir den Sinn erst hinterher erkennen.

Karin Rasmussen

„Mit der Zeit nimmt Deine Seele die Farbe Deiner Gedanken an“ (Marc Aurel)

Kennst Du sie auch, diese Menschen, die alles durch die „rosarote Brille“ sehen – und die anderen, die alles „schwarzsehen“? Solche Menschen haben einen sehr einseitigen Blick auf sich, auf ihre Umgebung und auf das Leben, und das empfinden wir oft als nicht normal.

Meine Freundin Brigitte zum Beispiel, die hat definitiv eine „rosarote“ Einstellung. Die ist so gutgläubig und hilfsbereit, dass es schon an Naivität grenzt. Sie wird oft ausgenutzt und schafft es, sich sogar die negativen Erfahrungen schönzureden bzw. Entschuldigungen für die anderen zu  finden. Ich mag Brigitte sehr, aber ein Zusammensein mit ihr kann auch sehr anstrengend sein, da ich immer in Versuchung bin, sie auf den „Boden der Tatsachen“ zurückzuholen – in die Realität, die ich als richtig empfinde. Weil sie sich mit ihrer „esoterischen“ Einstellung oft selbst schadet bzw. Probleme und Handlungsbedarf nicht sieht oder falsch einschätzt.

Das Gegenteil davon ist mein (ehemaliger) Bekannter Jörg. Der sieht überall nur das Negative, immer vermutet er Lug und Betrug. Und natürlich ist er überzeugter Anhänger diverser Verschwörungstheorien. Jeder Kontakt mit ihm –selbst wenn es nur ein kurzes Telefonat oder eine Nachricht war – hat mich sehr belastet, hat bei mir zu schlechter Laune geführt. Daher habe ich die Beziehung völlig abgebrochen.

Wie kommt es, dass Menschen die Realität so unterschiedlich wahrnehmen und interpretieren?

Die Hirnforschung hat herausgefunden, dass wir das sehen bzw. wahrnehmen, auf das wir uns fokussieren. Im Alltag bekommt unser Gehirn unendlich viele Eindrücke, die es sortieren und verarbeiten muss. Dabei wird der allergrößte Teil als „unwichtig“ klassifiziert und gar nicht bewusst registriert. Nur die Informationen, mit denen wir uns beschäftigen, die wir als relevant klassifizieren, dringen in unser Bewusstsein vor und werden von uns wahrgenommen.

Das kennst Du sicherlich auch. Zum Beispiel, wenn Du darüber nachdenkst, dass Du Dir ein neues Auto kaufen willst. Vielleicht den neuesten VW Golf? Und plötzlich siehst Du überall Golfs – die Straßen sind voll damit. Das war doch vorher nicht so?
Oder wenn Du einen Kinderwunsch hast – dann wimmelt es plötzlich überall von Schwangeren und Eltern mit Babys.

Genauso wie mit den Golfs und den Babys funktioniert unser Gehirn auch mit anderen Dingen: mit Ängsten und Gefahren, mit Freude und Schönheit, mit positiven und negativen Emotionen.

Sich das bewusst zu machen, halte ich für sehr wichtig. Denn wie schon vor ca. 1900 Jahren der Philosoph und Kaiser Marc Aurel mit dem Spruch „Mit der Zeit nimmt deine Seele die Farbe deiner Gedanken an“ klarmachen wollte: es ist ganz wichtig, was wir über uns selbst und unsere Umgebung, unsere Lebenssituation und die Weltsituation im Allgemeinen denken – denn das hat einen großen Einfluss darauf, wie es uns geht. Im Extremfall sehen wir alles rosarot oder schwarz, im Idealfall befinden wir uns irgendwo in der Mitte. Wobei der „Idealzustand“ sicherlich bei jedem anders ist, und auch je nach Tagesform schwankt.

Mir ist es wichtig, klarzustellen, dass wir die Farbe unserer Seele – also wie es uns geht – selbst beeinflussen können. Indem wir uns bewusst machen, was und wie wir denken. Wenn wir ständig nur Probleme wälzen, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn alles grau erscheint. Und wenn wir überall nur die schönen Dinge wahrnehmen, dann übersehen wir vielleicht Warnzeichen, wo in unserem Leben etwas schiefzulaufen droht.  

Zu beobachten, wie und was man denkt, sich die inneren Dialoge bewusst machen – das ist ganz wichtig für die seelische Gesundheit. Und darauf wollte Marc Aurel hinweisen.

Wenn Dir das schwerfällt, hier ein kleiner Tipp: führe mal eine Weile ein Tagebuch.
Schreib einfach täglich auf, was Dir so durch den Kopf geht – völlig ungefiltert und ehrlich, nur für Dich selbst.
Was das für einen Sinn hat? Zum einen ist das im Moment des Schreibens  sehr erleichternd und befriedigend – es ist schön, wenn man Dinge ausformuliert und an das Tagebuch „abgibt“.
Und richtig spannend wird es dann, wenn man die Einträge nach einer Weile – also wenigsten ein paar Wochen später, damit da schon eine gewisse Distanz ist – noch einmal durchliest. Da entdeckt man dann Muster und Themen, die man vorher nicht gesehen hat.

Also: beobachte Deine Gedanken, beeinflusse sie auch bewusst – damit Deine Seele eine schöne Farbe hat  🙂

Johanna Madrasch

„Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe“ (Pippi Langstrumpf)

Pippi Langstrumpf

Dieses Zitat verdanke ich Antje Remke, die es neulich auf Facebook geteilt hat, und ich dachte sofort, ja, genauso geht es mir auch.

In meinem ersten Leben als Angestellte war ich sehr oft eher Annika, das heißt ich traute mir viele Dinge nicht zu, die ich wahrscheinlich aber doch gekonnt hätte. Dabei habe ich ganz vergessen, dass ich das sogar schon oft gemacht habe.

Als ich 1997 nach einem längeren Aufenthalt in Nigeria nach Berlin zurückkehrte, suchte ich dringend einen Job. Ich fand einen bei einem Unternehmen, das man heute als Start-up bezeichnen würde: der ersten Internet-Stellenbörse für IT-Personal.

Ich war dafür zuständig, die Stellenanzeigen der Kunden – zumeist von Vorlagen, die für die Zeitung erstellt worden waren – in HTML abzubilden. Nur, dass ich zuvor noch nie mit HTML zu tun hatte.

Ein Kollege zeigte mir und einer Kollegin den HTML-Editor Frontpage und los ging’s. Viel später gab es dann noch mal ein Seminar in CSS, was damals der neueste „heiße Scheiß“ war, aber da waren wir ja schon fast Profis.

Ähnliches erlebte ich einige Jahre später, als ich wieder einen neuen Job antrat, diesmal bei einem Domainregistrar und Hoster. Ich musste nicht nur lernen, wie man Domains bei den Vergabestellen registriert und umzieht sondern auch, wie DNS funktioniert und wie man das Routing der verschiedenen Dienste in die Datenbank einträgt. Was hatte ich für eine Angst, als ich zum ersten Mal alleine im Support war und damit rechnen musste, dass Kunden anrufen und Hilfe brauchen. Von mir.

Und was soll ich euch sagen, es hat geklappt und niemand hat sich über eine ahnungslose Supporterin beschwert.

Als ich dann vor drei Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit machte, gab es kein Netz und keinen doppelten Boden mehr. Das hatte ich ja tatsächlich noch nie gemacht und ich hatte auch keine Ahnung, ob ich es kann.

Die erste Hürde war hier das Knüpfen von Kontakten bei Netzwerktreffen. Mit fremden Leuten zu sprechen, die sich womöglich aber gegenseitig kennen, das war für mich schier unmöglich.

Mit moderierten Gesprächsrunden ging es dann aber doch und als ich eines Tages gefragt wurde, ob ich nicht mal einen Vortrag halten wolle, habe ich das schier Unmögliche gewagt. Und siehe da, es hat auch funktioniert und gar nicht mal schlecht.

Der Rest ist Geschichte: Ihr kennt mich jetzt als Gastgeberin von Netzwerkveranstaltungen und dass ich trotzdem manchmal Lampenfieber habe, merkt man hoffentlich nicht so sehr. 😉

Ich werde auch in Zukunft noch viele Sachen anfangen, die ich noch nie probiert habe, denn ich bin sicher, dass ich sie kann.

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“ (Henry Ford)

Dieser Satz ist so simpel und bringt es genau auf den Punkt – den Fakt, dass wir uns nicht weiterentwickeln, wenn wir nichts neues wagen.
Entwicklung findet immer dann statt, wenn wir einen Schritt aus unserer Komfortzone herauswagen, wenn wir ihre Grenzen Stückchen für Stückchen ausdehnen.

In meinem Job habe ich den wunderbaren Luxus, andere Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen. Vielleicht auch sie ab und zu voranzutreiben.
Aber vor allen Dingen: sie zu beobachten.
Wenn ich eine Theatergruppe über mehrere Jahre begleite, bin ich immer wieder erstaunt, wie deutlich Entwicklungen zu beobachten sind. Dabei gehen die persönlichen Entwicklungen mit den schauspielerischen Hand in Hand.
Mit jeder neuen Rolle, die innerhalb weniger Monate einstudiert wird, wird die Person herausgefordert. Sie muss sich eine neue Sprechweise antrainieren oder neue Bewegungsmuster aneignen. Solch ein anderes Verhalten in den Körper zu transportieren ist eine wahnsinnig schwierige Aufgabe. Umso größer ist die Freude, wenn genau das gelingt.


Oft habe ich erlebt, dass die Entwicklung einer Figur während der Proben stagnierte. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Anforderungen, die die Rolle stellt, einfach zu hoch sind, vielleicht unschaffbar. Doch plötzlich, bei der Premiere, mit der Energie, die die Bühne und das Publikum einem geben, wurde diese Rolle lebendig. Ich wurde umgehauen mit einer neuen Spielweise, die Monate lang versteckt war.
Vielleicht aus Unsicherheit. Vielleicht aus Scham. Vielleicht aus Abneigung gegen die Rolle. Vielleicht, weil die Bühnensituation gefehlt hat. Die Gründe sind so vielfältig und individuell wie die Spieler.

Aber mit jeder neuen Rolle entwickelten sich die einzelnen Menschen auch auf persönlicher Ebene weiter. Mit jedem Notfall, mit jeder Herausforderung, mit jeder Katastrophe und mit jedem Freudenjubel über das gemeinsam erreichte Finale gewinnt jeder einzelne ein Stück mehr Freiheit.
Die Freiheit, eigene Facetten zu leben. So wie ein Baum im Laufe seines Lebens wächst, Äste ausbildet, aus denen wiederum kleinere Äste und daraus kleine Zweige entstehen, an denen Blätter, Blüten und Früchte wachsen, so entwickeln auch wir uns erst in die Höhe und dann – im Optimalfall – immer weiter in die Breite. Wir lernen und probieren Neues aus, wir werden in manchen Bereichen stärker und gefestigter und entwickeln auf dieser Basis neue Interessen, um in andere Höhen vorzustoßen.

Oft ist einem diese Entwicklung gar nicht gewahr. Wir können einfach öfter mal innehalten und zurückblicken. Einen gedanklichen Zeitsprung in die Vergangenheit machen und unser altes Selbst betrachten. Dann merken wir plötzlich: wow, so weit bin ich schon gekommen!

Mit jeder Herausforderung, die wir annehmen, mit allem Neuem, dem wir uns stellen, setzen wir die Weichen für die eigene Entwicklung. Lasst uns wachsen und Neues probieren!

Sarah Bansemer

Mit Energie zum Potenzial

Barbara Fischer & Friends

Am letzten Freitag, dem Brückentag zwischen Himmelfahrt und dem Wochenende, lieferte uns Meike Nittel einen Impuls zum Brückenschlag zu unserem Potenzial.

Als Selbstständige ist dies für uns von essentieller Bedeutung, besonders, wenn wir dem Prinzip folgen wollen, das was wir lieben, zu unserem Geschäft zu machen.

Wie Meike ausführte, überschneiden sich mehr und mehr das Private mit dem Geschäftsleben, die Grenzen werden fließend und wir können so das verwirklichen, was als „Business from the Heart“ überschrieben wird.

„Mit Energie zum Potenzial“ weiterlesen

Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt. (François Truffaut)

Problem?

Dieses Zitat fällt mir immer wieder ein, wenn mir mal wieder jemand eine „ganz neue Methode aus Amerika“ empfiehlt, um mich darin auszubilden oder mich nach der Methode zu behandeln. Natürlich hat die so gepriesene Methode eine sehr exotische Bezeichnung und stammt von einem ganz besonderen Experten! Es werden Namen genannt, als müsste die ganze Welt wissen, wer das ist. Häufig handelt es sich bei dem Urheber/der Urheberin um AutorenInnen, TrainerInnen oder Coaches, die gerade im Internet Furore machen und in aller Munde sind, weil sie angeblich ein ganz neues Verständnis für die innersten und persönlichsten Prozesse des menschlichen Lebens möglich machen. Oft können sie mich sogar von meinem rationalen Denken erlösen, weil sie den Zugang zu den geheimnisvollen spirituellen Weisheiten uralter Völker ermöglichen.

Nun will ich beileibe nicht behaupten, dass es da nichts Neues zu entdecken und zu beschreiben gäbe. Auffällig ist nur, dass diese Urheber der allerneuesten Erkenntnisse so viele heiß begeisterte Fans ausschließlich für ihre eine einzige Theorie oder ihr eigenes System gewinnen konnten. Denn die Fans können mir weder die Quellen noch die Grundlagen der so heftig beworbenen Neuigkeiten erklären. Sie kennen sie schlichtweg nicht – und es interessiert sie auch nicht.

Sie sind einfach nur begeistert. Sie empfinden das, wovon sie gerade sprechen, deshalb als grandios, weil es für sie neu ist. Sie haben (gefühlt) endlich eine Lösung für ein Problem kennengelernt, von der sie überzeugt sind. Dabei ist es ganz unwichtig, ob es die Lösung für eines ihrer eigenen Probleme ist, das sie schon lange beschäftigt und vielleicht sogar gequält hat. Dann wären sie vielleicht sogar etwas weniger begeistert. Es ist auch nicht wichtig, ob ich dieses Problem habe und dafür eine Lösung brauche. Aber offenbar war die Darstellung so überzeugend und verständlich, dass sie dieses für sie ganz neue Wissen unbedingt weitergeben wollen.

Aber mal ehrlich: Reicht Begeisterung allein schon aus, um den Wahrheitsgehalt oder gar den Nutzen, also den wahren Wert von Wissen, zu erkennen? Macht Fan-Sein zum Experten? Sind nicht vielleicht diese Fans genau genommen Opfer einer geschickten Manipulation geworden?

In mir regt sich bei so überbordender Begeisterung immer ein (gar nicht so leiser) Zweifel: Wissen die Fans, wovon sie reden? Haben sie die ganze Tragweite dessen, was sie mich lehren oder womit sie mich behandeln wollen, wirklich verstanden?

Mir geht es da so ähnlich, wie wenn mir jemand voller Begeisterung von einem „ganz tollen Auto“ erzählt. Ich frage dann immer, ob der begeisterte Auto-Fan diesen Wagen wenigstens Probe gefahren hat oder ihn vielleicht sogar schon länger besitzt und fährt. Ich will von ihm wissen, was an diesem Auto besser ist, als an anderen – wodurch dieses Auto ihn überzeugt hat. Warum er gerade davon so begeistert ist, und nicht von anderen Autos? Wenn sich dann herausstellt, dass es das einzige ihm bekannte Auto ist, dann verstehe ich zwar seine Begeisterung. Aber ich würde niemals vermuten, dass er tatsächlich der passende Auto-Einkaufs-Berater für mich sein könnte. Denn in diesem Moment weiß ich, dass ich mehr weiß als er! Ich habe schließlich schon sieben verschiedene Autos mehrere Jahre gefahren und kenne deren Vorzüge und auch ihre Macken. Ich weiß, von welchem Hersteller sie kommen, welcher Händler sie mir verkauft hat und in welcher Werkstatt sie gepflegt wurden. Außerdem bin ich sicher, dass die Modelle erst nach härtesten Crash-Tests auf den Markt kamen. Deshalb kann ich vergleichen, welches Auto am besten zu mir und meinen Bedürfnissen passt. Ich kann selbst entscheiden, was ich brauche.

Und mit Methoden oder Theorien, genau genommen mit jedem Wissen, ist es genau so: In der Anwendung zeigen sich ihre Stärken und auch ihre Grenzen. Genau deshalb werden sie auch fortlaufend weiter entwickelt – wenn sie seriös sind. Dann gibt es kritische Kommentare, Analysen und Diskussionen. Es lassen sich Fakten über ihren Wahrheitsgehalt oder ihren Wirkungsgrad finden. Ganze Teams arbeiten ebenso wie einzelne Experten an ihrer Überprüfung. Sie werden präzisiert, erweitert, manchmal auch widerlegt. Und damit kann kein einzelner Guru für sich in Anspruch nehmen, die eine einzige Methode oder Theorie erkannt zu haben.

Fortschritt ist immer Teamwork. Wer da Herausragendes leistet, ist sich dieser Tatsache bewusst. Führende Wissenschaftler beeindrucken ebenso wie hervorragende Führungskräfte oft durch ihre persönliche Bescheidenheit – und haben selten eine so heißblütige Fangemeinde. Denn ihnen ist klar, dass sie eines Tages „überholt“ werden von ihren Kollegen, Assistenten oder Schülern, die bereits jetzt viel Energie und Mühe für die Weiterentwicklung ihrer Arbeit aufwenden. Deshalb fürchten sie sich auch nicht davor, denn das Wissen kann dadurch nur wachsen. Und sie haben die absolute Gewissheit, dass Erkenntnis niemals endgültig ist – sondern sich ständig weiter entwickelt. Also brauchen sie auch keine Fans für die eine einzige Theorie oder Methode, die ja ohnehin überholt werden wird.

Dabei ist „überholen“ für den Erkenntnisgewinn nicht das Wichtigste, sondern es kommt darauf an, die eigenen Fußstapfen zu hinterlassen. Auch kleine Spuren können anderen einen wichtigen neuen Weg weisen. Aber:

„Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel“ (Paul Watzlawick)

Karin Rasmussen

Einen Löwen interessiert es nicht, was die Schafe über ihn denken

Dieser Spruch ist der Leitspruch einer Frau, die ich vor kurzem kennengelernt habe.
Sie hat sich vor einiger Zeit selbständig gemacht, und dabei ist sie leider von ihrem Umfeld kaum unterstützt worden. Im Gegenteil, ihre Familie und sogar ihr Ehemann waren gegen ihre Selbständigkeit und haben versucht, ihr diesen Schritt auszureden. Sie haben sie für verrückt erklärt, dass sie ihren sicheren Job im Öffentlichen Dienst aufgegeben hat, um ihren Traum zu verwirklichen.

Wie sie mir erzählte, hat diese negative Reaktion sie sehr belastet, und mehr als einmal hat sie daran gezweifelt, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Obwohl sie im Herzen eigentlich ganz klar wusste, dass es für sie das für sie Richtige ist.

Dann ist ihr der Spruch „Einen Löwen interessiert es nicht, was die Schafe über ihn denken“ im Internet begegnet.
Und in dem Moment wurde ihr klar, dass ihre Familie und die anderen Zweifler aus ihrem Umfeld die Schafe sind, die immer nur auf ihrer sicheren langweiligen Weide stehen und vor sich hin grasen.

Sie dagegen ist die Löwin, die rausgeht, die jagen muss (nach Aufträgen), die Revierkämpfe ausficht (mit den Mitbewerbern), die sich behaupten muss…  die also ein komplett anderes Leben führt als ein Schaf.

Sie hat mir erzählt, dass der Druck durch die negative Einstellung ihres Umfeldes von ihr abfiel, als sie anfing, die Kritiker als Schafe und sich selbst als Löwin zu sehen. Und sie hat aufgehört, sich zu rechtfertigen und mit ihnen zu diskutieren und damit Energie zu verschwenden – denn Schafe können sowieso nicht verstehen, was Löwen antreibt.

Mir hat diese Frau sehr imponiert, denn ich stelle es mir sehr schwierig vor, ohne Unterstützung vom Ehepartner und von Familie und Freunden und sogar gegen deren Widerstand den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Dazu gehört sehr viel Mut und Kraft und das Herz einer Löwin.

Übrigens hat sie mir dann noch erzählt, dass sie sich die notwendige Ermutigung, Unterstützung und Motivation bei anderen Selbständigen (anderen Löwen) holt, die in ähnlicher Situation sind und die sie verstehen.

Aus diesem Grund sind Netzwerke so wichtig, bei denen man Gleichgesinnte trifft – wie z.B. „Barbara Fischer & Friends“ 🙂

Johanna Madrasch

Nichts kann im Widerspruch zur Natur existieren, sondern nur im Widerspruch zu dem, was wir darüber wissen. (Dana Scully)

Die Älteren unter euch erinnern sich sicher an die in den 1990er Jahren enorm erfolgreiche Serie Akte X, in der dem ehemals von Aliens entführen und an jegliche Form von mysteriösen Erscheinungen glaubenden FBI-Agenten „Spooky“ Mulder die streng nach wissenschaftlichen Kriterien ermittelnde Agentin und Medizinerin Dana Scully zur Seite gestellt wurde.

Diese sagte diesen Satz in der ersten Folge der 4. Staffel, einem Zeitpunkt, als das Vorhandensein unerklärlicher Phänomene nicht mehr von der Hand zu weisen ist.

Das hat mich sehr beeindruckt, als ich vor Kurzem anfing, mir wieder alte Akte-X-Folgen anzusehen, denn kaum ein Satz beschreibt mein Verhältnis zu Esoterik und verwandten Bereichen besser als dieser.

Als junge Frau hatte ich viel übrig für diese Dinge. Ich ging zur Astrologin und ließ mir ein Horoskop erstellen, ich las Bücher über Zauberei und zauberte selbst. Zur Beantwortung meiner Lebensfragen zog ich ein dem Tarot ähnliches Kartenspiel zu Rate: das Dakini-Orakel.

Einige Jahre später machte ich Bekanntschaft mit der westafrikanischen Yoruba-Kultur, in der der Glaube an Juju, einer Form von Magie, tief verwurzelt ist. Ich hörte verblüffende Geschichten von gelungener Zauberei, bis hin zu der eines Fußballspiels, das mittels Magie gewonnen wurde.

Eine mir bekannte Frau, die ansonsten durchaus pragmatisch und eine erfolgreiche Geschäftsfrau war, veröffentlichte zu dieser Zeit ein Buch mit dem Titel „Der Kuss des Voodoo“, in dem sie ihre von Voodoo geprägte Beziehung zu ihrem Ehemann, einem Prinzen aus dem westafrikanischen Benin, beschrieb.

Ich räume ein, dass ich schon damals gelinde Zweifel an einigen dieser doch teilweise sehr abenteuerlichen Geschichten hatte, die sehr überzeugende Darstellung der Beteiligten stand dazu im Widerspruch.

In den folgenden Jahren kam dieses Thema jedoch mehr und mehr aus der Mode. Ich entwickelte eine Begeisterung für die Wissenschaft und fühlte mich wohl und sicher auf dem Boden von beweisgestützten Tatsachen.

Diese Ansicht wurde noch verstärkt, je mehr sich fundamentalistische Weltsichten verbreiteten. Mein zuvor eher indifferentes Verhältnis zu Religion wandelte sich zu Ablehnung, da ich mehr und mehr zu der Überzeugung gelangte, dass diese hauptsächlich genutzt wurde und wird, um Macht auszuüben und Menschen zu manipulieren. Dies geschieht unter Ausnutzung der Tatsache, dass viele Menschen lieber die Verantwortung für ihr Leben an eine dubiose überirdische Macht abgeben, als diese selbst zu übernehmen. Davon bin ich übrigens bis heute überzeugt.

Dennoch habe ich in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass viele Dinge, die unter der Überschrift Magie oder Esoterik stehen könnten, tatsächlich funktionieren. Doch was steckt dahinter?

Vor einiger Zeit las ich einen Artikel, in dem es um die sogenannte Intuition ging, die Eingebung, die uns sofort die richtige Lösung eines Problems oder die Antwort auf eine Frage vermittelt, ohne dass wir anscheinend die dafür notwendigen Informationen gehabt hätten. Tatsächlich ist es jedoch so, dass wir über viel mehr Informationen verfügen, als uns bewusst ist. Gerade in Situationen, die ein schnelles Handeln erfordern, sind wir in der Lage, blitzschnell auf diese Informationen zuzugreifen und auf dieser Basis eine Entscheidung zu treffen. In einem Moment der Gefahr ist nunmal keine Zeit für langes Nachdenken oder sogar Recherchieren.

Ein gutes Beispiel ist auch die Wahrsagerin, die ihr völlig unbekannten Menschen überraschend exakte Ratschläge oder sogar Voraussagen erteilen kann. Voraussetzung hierfür ist in erster Linie eine sehr gute Wahrnehmung, Einfühlungsvermögen und einige gezielte Fragen. Oftmals kommunizieren die Ratsuchenden auch schon selbst mehr, als ihnen bewusst ist. So lassen sich hier schon sehr umfangreiche Erkenntnisse über eine Person gewinnen. Mit etwas Erfahrung kann man dann schon eine Analyse oder sogar Prognose erstellen.

Ähnlich verhält es sich beispielsweise mit der Hypnose. Was vielen nur als „Bühnen-Hokuspokus“ bekannt ist, ist tatsächlich eine erprobte psychologische Technik, die im Zustand der Entspannung durch Wiederholung Botschaften im Unterbewusstsein verankert, sodass diese von dort aus wirken können.

Dies sind einige Beispiele, wo magisch anmutende Erscheinungen bereits wissenschaftlich erklärt wurden. Allerdings ist das erst die Spitze des Eisberges, der weitaus größte Teil ist bis heute unter der Oberfläche des Meeres des Geheimnisvollen verborgen.

Ich bin überzeugt, dass in der Zukunft mehr und mehr davon zu Tage treten wird und wir in der Lage sein werden, diese Phänomene zu verstehen und für uns zu nutzen.

Die Wahrheit ist irgendwo da draußen.