„Mit der Zeit nimmt Deine Seele die Farbe Deiner Gedanken an“ (Marc Aurel)

Kennst Du sie auch, diese Menschen, die alles durch die „rosarote Brille“ sehen – und die anderen, die alles „schwarzsehen“? Solche Menschen haben einen sehr einseitigen Blick auf sich, auf ihre Umgebung und auf das Leben, und das empfinden wir oft als nicht normal.

Meine Freundin Brigitte zum Beispiel, die hat definitiv eine „rosarote“ Einstellung. Die ist so gutgläubig und hilfsbereit, dass es schon an Naivität grenzt. Sie wird oft ausgenutzt und schafft es, sich sogar die negativen Erfahrungen schönzureden bzw. Entschuldigungen für die anderen zu  finden. Ich mag Brigitte sehr, aber ein Zusammensein mit ihr kann auch sehr anstrengend sein, da ich immer in Versuchung bin, sie auf den „Boden der Tatsachen“ zurückzuholen – in die Realität, die ich als richtig empfinde. Weil sie sich mit ihrer „esoterischen“ Einstellung oft selbst schadet bzw. Probleme und Handlungsbedarf nicht sieht oder falsch einschätzt.

Das Gegenteil davon ist mein (ehemaliger) Bekannter Jörg. Der sieht überall nur das Negative, immer vermutet er Lug und Betrug. Und natürlich ist er überzeugter Anhänger diverser Verschwörungstheorien. Jeder Kontakt mit ihm –selbst wenn es nur ein kurzes Telefonat oder eine Nachricht war – hat mich sehr belastet, hat bei mir zu schlechter Laune geführt. Daher habe ich die Beziehung völlig abgebrochen.

Wie kommt es, dass Menschen die Realität so unterschiedlich wahrnehmen und interpretieren?

Die Hirnforschung hat herausgefunden, dass wir das sehen bzw. wahrnehmen, auf das wir uns fokussieren. Im Alltag bekommt unser Gehirn unendlich viele Eindrücke, die es sortieren und verarbeiten muss. Dabei wird der allergrößte Teil als „unwichtig“ klassifiziert und gar nicht bewusst registriert. Nur die Informationen, mit denen wir uns beschäftigen, die wir als relevant klassifizieren, dringen in unser Bewusstsein vor und werden von uns wahrgenommen.

Das kennst Du sicherlich auch. Zum Beispiel, wenn Du darüber nachdenkst, dass Du Dir ein neues Auto kaufen willst. Vielleicht den neuesten VW Golf? Und plötzlich siehst Du überall Golfs – die Straßen sind voll damit. Das war doch vorher nicht so?
Oder wenn Du einen Kinderwunsch hast – dann wimmelt es plötzlich überall von Schwangeren und Eltern mit Babys.

Genauso wie mit den Golfs und den Babys funktioniert unser Gehirn auch mit anderen Dingen: mit Ängsten und Gefahren, mit Freude und Schönheit, mit positiven und negativen Emotionen.

Sich das bewusst zu machen, halte ich für sehr wichtig. Denn wie schon vor ca. 1900 Jahren der Philosoph und Kaiser Marc Aurel mit dem Spruch „Mit der Zeit nimmt deine Seele die Farbe deiner Gedanken an“ klarmachen wollte: es ist ganz wichtig, was wir über uns selbst und unsere Umgebung, unsere Lebenssituation und die Weltsituation im Allgemeinen denken – denn das hat einen großen Einfluss darauf, wie es uns geht. Im Extremfall sehen wir alles rosarot oder schwarz, im Idealfall befinden wir uns irgendwo in der Mitte. Wobei der „Idealzustand“ sicherlich bei jedem anders ist, und auch je nach Tagesform schwankt.

Mir ist es wichtig, klarzustellen, dass wir die Farbe unserer Seele – also wie es uns geht – selbst beeinflussen können. Indem wir uns bewusst machen, was und wie wir denken. Wenn wir ständig nur Probleme wälzen, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn alles grau erscheint. Und wenn wir überall nur die schönen Dinge wahrnehmen, dann übersehen wir vielleicht Warnzeichen, wo in unserem Leben etwas schiefzulaufen droht.  

Zu beobachten, wie und was man denkt, sich die inneren Dialoge bewusst machen – das ist ganz wichtig für die seelische Gesundheit. Und darauf wollte Marc Aurel hinweisen.

Wenn Dir das schwerfällt, hier ein kleiner Tipp: führe mal eine Weile ein Tagebuch.
Schreib einfach täglich auf, was Dir so durch den Kopf geht – völlig ungefiltert und ehrlich, nur für Dich selbst.
Was das für einen Sinn hat? Zum einen ist das im Moment des Schreibens  sehr erleichternd und befriedigend – es ist schön, wenn man Dinge ausformuliert und an das Tagebuch „abgibt“.
Und richtig spannend wird es dann, wenn man die Einträge nach einer Weile – also wenigsten ein paar Wochen später, damit da schon eine gewisse Distanz ist – noch einmal durchliest. Da entdeckt man dann Muster und Themen, die man vorher nicht gesehen hat.

Also: beobachte Deine Gedanken, beeinflusse sie auch bewusst – damit Deine Seele eine schöne Farbe hat  🙂

Johanna Madrasch

„Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe“ (Pippi Langstrumpf)

Pippi Langstrumpf

Dieses Zitat verdanke ich Antje Remke, die es neulich auf Facebook geteilt hat, und ich dachte sofort, ja, genauso geht es mir auch.

In meinem ersten Leben als Angestellte war ich sehr oft eher Annika, das heißt ich traute mir viele Dinge nicht zu, die ich wahrscheinlich aber doch gekonnt hätte. Dabei habe ich ganz vergessen, dass ich das sogar schon oft gemacht habe.

Als ich 1997 nach einem längeren Aufenthalt in Nigeria nach Berlin zurückkehrte, suchte ich dringend einen Job. Ich fand einen bei einem Unternehmen, das man heute als Start-up bezeichnen würde: der ersten Internet-Stellenbörse für IT-Personal.

Ich war dafür zuständig, die Stellenanzeigen der Kunden – zumeist von Vorlagen, die für die Zeitung erstellt worden waren – in HTML abzubilden. Nur, dass ich zuvor noch nie mit HTML zu tun hatte.

Ein Kollege zeigte mir und einer Kollegin den HTML-Editor Frontpage und los ging’s. Viel später gab es dann noch mal ein Seminar in CSS, was damals der neueste „heiße Scheiß“ war, aber da waren wir ja schon fast Profis.

Ähnliches erlebte ich einige Jahre später, als ich wieder einen neuen Job antrat, diesmal bei einem Domainregistrar und Hoster. Ich musste nicht nur lernen, wie man Domains bei den Vergabestellen registriert und umzieht sondern auch, wie DNS funktioniert und wie man das Routing der verschiedenen Dienste in die Datenbank einträgt. Was hatte ich für eine Angst, als ich zum ersten Mal alleine im Support war und damit rechnen musste, dass Kunden anrufen und Hilfe brauchen. Von mir.

Und was soll ich euch sagen, es hat geklappt und niemand hat sich über eine ahnungslose Supporterin beschwert.

Als ich dann vor drei Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit machte, gab es kein Netz und keinen doppelten Boden mehr. Das hatte ich ja tatsächlich noch nie gemacht und ich hatte auch keine Ahnung, ob ich es kann.

Die erste Hürde war hier das Knüpfen von Kontakten bei Netzwerktreffen. Mit fremden Leuten zu sprechen, die sich womöglich aber gegenseitig kennen, das war für mich schier unmöglich.

Mit moderierten Gesprächsrunden ging es dann aber doch und als ich eines Tages gefragt wurde, ob ich nicht mal einen Vortrag halten wolle, habe ich das schier Unmögliche gewagt. Und siehe da, es hat auch funktioniert und gar nicht mal schlecht.

Der Rest ist Geschichte: Ihr kennt mich jetzt als Gastgeberin von Netzwerkveranstaltungen und dass ich trotzdem manchmal Lampenfieber habe, merkt man hoffentlich nicht so sehr. 😉

Ich werde auch in Zukunft noch viele Sachen anfangen, die ich noch nie probiert habe, denn ich bin sicher, dass ich sie kann.

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“ (Henry Ford)

Dieser Satz ist so simpel und bringt es genau auf den Punkt – den Fakt, dass wir uns nicht weiterentwickeln, wenn wir nichts neues wagen.
Entwicklung findet immer dann statt, wenn wir einen Schritt aus unserer Komfortzone herauswagen, wenn wir ihre Grenzen Stückchen für Stückchen ausdehnen.

In meinem Job habe ich den wunderbaren Luxus, andere Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu unterstützen. Vielleicht auch sie ab und zu voranzutreiben.
Aber vor allen Dingen: sie zu beobachten.
Wenn ich eine Theatergruppe über mehrere Jahre begleite, bin ich immer wieder erstaunt, wie deutlich Entwicklungen zu beobachten sind. Dabei gehen die persönlichen Entwicklungen mit den schauspielerischen Hand in Hand.
Mit jeder neuen Rolle, die innerhalb weniger Monate einstudiert wird, wird die Person herausgefordert. Sie muss sich eine neue Sprechweise antrainieren oder neue Bewegungsmuster aneignen. Solch ein anderes Verhalten in den Körper zu transportieren ist eine wahnsinnig schwierige Aufgabe. Umso größer ist die Freude, wenn genau das gelingt.


Oft habe ich erlebt, dass die Entwicklung einer Figur während der Proben stagnierte. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Anforderungen, die die Rolle stellt, einfach zu hoch sind, vielleicht unschaffbar. Doch plötzlich, bei der Premiere, mit der Energie, die die Bühne und das Publikum einem geben, wurde diese Rolle lebendig. Ich wurde umgehauen mit einer neuen Spielweise, die Monate lang versteckt war.
Vielleicht aus Unsicherheit. Vielleicht aus Scham. Vielleicht aus Abneigung gegen die Rolle. Vielleicht, weil die Bühnensituation gefehlt hat. Die Gründe sind so vielfältig und individuell wie die Spieler.

Aber mit jeder neuen Rolle entwickelten sich die einzelnen Menschen auch auf persönlicher Ebene weiter. Mit jedem Notfall, mit jeder Herausforderung, mit jeder Katastrophe und mit jedem Freudenjubel über das gemeinsam erreichte Finale gewinnt jeder einzelne ein Stück mehr Freiheit.
Die Freiheit, eigene Facetten zu leben. So wie ein Baum im Laufe seines Lebens wächst, Äste ausbildet, aus denen wiederum kleinere Äste und daraus kleine Zweige entstehen, an denen Blätter, Blüten und Früchte wachsen, so entwickeln auch wir uns erst in die Höhe und dann – im Optimalfall – immer weiter in die Breite. Wir lernen und probieren Neues aus, wir werden in manchen Bereichen stärker und gefestigter und entwickeln auf dieser Basis neue Interessen, um in andere Höhen vorzustoßen.

Oft ist einem diese Entwicklung gar nicht gewahr. Wir können einfach öfter mal innehalten und zurückblicken. Einen gedanklichen Zeitsprung in die Vergangenheit machen und unser altes Selbst betrachten. Dann merken wir plötzlich: wow, so weit bin ich schon gekommen!

Mit jeder Herausforderung, die wir annehmen, mit allem Neuem, dem wir uns stellen, setzen wir die Weichen für die eigene Entwicklung. Lasst uns wachsen und Neues probieren!

Sarah Bansemer

Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt. (François Truffaut)

Problem?

Dieses Zitat fällt mir immer wieder ein, wenn mir mal wieder jemand eine „ganz neue Methode aus Amerika“ empfiehlt, um mich darin auszubilden oder mich nach der Methode zu behandeln. Natürlich hat die so gepriesene Methode eine sehr exotische Bezeichnung und stammt von einem ganz besonderen Experten! Es werden Namen genannt, als müsste die ganze Welt wissen, wer das ist. Häufig handelt es sich bei dem Urheber/der Urheberin um AutorenInnen, TrainerInnen oder Coaches, die gerade im Internet Furore machen und in aller Munde sind, weil sie angeblich ein ganz neues Verständnis für die innersten und persönlichsten Prozesse des menschlichen Lebens möglich machen. Oft können sie mich sogar von meinem rationalen Denken erlösen, weil sie den Zugang zu den geheimnisvollen spirituellen Weisheiten uralter Völker ermöglichen.

Nun will ich beileibe nicht behaupten, dass es da nichts Neues zu entdecken und zu beschreiben gäbe. Auffällig ist nur, dass diese Urheber der allerneuesten Erkenntnisse so viele heiß begeisterte Fans ausschließlich für ihre eine einzige Theorie oder ihr eigenes System gewinnen konnten. Denn die Fans können mir weder die Quellen noch die Grundlagen der so heftig beworbenen Neuigkeiten erklären. Sie kennen sie schlichtweg nicht – und es interessiert sie auch nicht.

Sie sind einfach nur begeistert. Sie empfinden das, wovon sie gerade sprechen, deshalb als grandios, weil es für sie neu ist. Sie haben (gefühlt) endlich eine Lösung für ein Problem kennengelernt, von der sie überzeugt sind. Dabei ist es ganz unwichtig, ob es die Lösung für eines ihrer eigenen Probleme ist, das sie schon lange beschäftigt und vielleicht sogar gequält hat. Dann wären sie vielleicht sogar etwas weniger begeistert. Es ist auch nicht wichtig, ob ich dieses Problem habe und dafür eine Lösung brauche. Aber offenbar war die Darstellung so überzeugend und verständlich, dass sie dieses für sie ganz neue Wissen unbedingt weitergeben wollen.

Aber mal ehrlich: Reicht Begeisterung allein schon aus, um den Wahrheitsgehalt oder gar den Nutzen, also den wahren Wert von Wissen, zu erkennen? Macht Fan-Sein zum Experten? Sind nicht vielleicht diese Fans genau genommen Opfer einer geschickten Manipulation geworden?

In mir regt sich bei so überbordender Begeisterung immer ein (gar nicht so leiser) Zweifel: Wissen die Fans, wovon sie reden? Haben sie die ganze Tragweite dessen, was sie mich lehren oder womit sie mich behandeln wollen, wirklich verstanden?

Mir geht es da so ähnlich, wie wenn mir jemand voller Begeisterung von einem „ganz tollen Auto“ erzählt. Ich frage dann immer, ob der begeisterte Auto-Fan diesen Wagen wenigstens Probe gefahren hat oder ihn vielleicht sogar schon länger besitzt und fährt. Ich will von ihm wissen, was an diesem Auto besser ist, als an anderen – wodurch dieses Auto ihn überzeugt hat. Warum er gerade davon so begeistert ist, und nicht von anderen Autos? Wenn sich dann herausstellt, dass es das einzige ihm bekannte Auto ist, dann verstehe ich zwar seine Begeisterung. Aber ich würde niemals vermuten, dass er tatsächlich der passende Auto-Einkaufs-Berater für mich sein könnte. Denn in diesem Moment weiß ich, dass ich mehr weiß als er! Ich habe schließlich schon sieben verschiedene Autos mehrere Jahre gefahren und kenne deren Vorzüge und auch ihre Macken. Ich weiß, von welchem Hersteller sie kommen, welcher Händler sie mir verkauft hat und in welcher Werkstatt sie gepflegt wurden. Außerdem bin ich sicher, dass die Modelle erst nach härtesten Crash-Tests auf den Markt kamen. Deshalb kann ich vergleichen, welches Auto am besten zu mir und meinen Bedürfnissen passt. Ich kann selbst entscheiden, was ich brauche.

Und mit Methoden oder Theorien, genau genommen mit jedem Wissen, ist es genau so: In der Anwendung zeigen sich ihre Stärken und auch ihre Grenzen. Genau deshalb werden sie auch fortlaufend weiter entwickelt – wenn sie seriös sind. Dann gibt es kritische Kommentare, Analysen und Diskussionen. Es lassen sich Fakten über ihren Wahrheitsgehalt oder ihren Wirkungsgrad finden. Ganze Teams arbeiten ebenso wie einzelne Experten an ihrer Überprüfung. Sie werden präzisiert, erweitert, manchmal auch widerlegt. Und damit kann kein einzelner Guru für sich in Anspruch nehmen, die eine einzige Methode oder Theorie erkannt zu haben.

Fortschritt ist immer Teamwork. Wer da Herausragendes leistet, ist sich dieser Tatsache bewusst. Führende Wissenschaftler beeindrucken ebenso wie hervorragende Führungskräfte oft durch ihre persönliche Bescheidenheit – und haben selten eine so heißblütige Fangemeinde. Denn ihnen ist klar, dass sie eines Tages „überholt“ werden von ihren Kollegen, Assistenten oder Schülern, die bereits jetzt viel Energie und Mühe für die Weiterentwicklung ihrer Arbeit aufwenden. Deshalb fürchten sie sich auch nicht davor, denn das Wissen kann dadurch nur wachsen. Und sie haben die absolute Gewissheit, dass Erkenntnis niemals endgültig ist – sondern sich ständig weiter entwickelt. Also brauchen sie auch keine Fans für die eine einzige Theorie oder Methode, die ja ohnehin überholt werden wird.

Dabei ist „überholen“ für den Erkenntnisgewinn nicht das Wichtigste, sondern es kommt darauf an, die eigenen Fußstapfen zu hinterlassen. Auch kleine Spuren können anderen einen wichtigen neuen Weg weisen. Aber:

„Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel“ (Paul Watzlawick)

Karin Rasmussen

Einen Löwen interessiert es nicht, was die Schafe über ihn denken

Dieser Spruch ist der Leitspruch einer Frau, die ich vor kurzem kennengelernt habe.
Sie hat sich vor einiger Zeit selbständig gemacht, und dabei ist sie leider von ihrem Umfeld kaum unterstützt worden. Im Gegenteil, ihre Familie und sogar ihr Ehemann waren gegen ihre Selbständigkeit und haben versucht, ihr diesen Schritt auszureden. Sie haben sie für verrückt erklärt, dass sie ihren sicheren Job im Öffentlichen Dienst aufgegeben hat, um ihren Traum zu verwirklichen.

Wie sie mir erzählte, hat diese negative Reaktion sie sehr belastet, und mehr als einmal hat sie daran gezweifelt, dass sie die richtige Entscheidung getroffen hat. Obwohl sie im Herzen eigentlich ganz klar wusste, dass es für sie das für sie Richtige ist.

Dann ist ihr der Spruch „Einen Löwen interessiert es nicht, was die Schafe über ihn denken“ im Internet begegnet.
Und in dem Moment wurde ihr klar, dass ihre Familie und die anderen Zweifler aus ihrem Umfeld die Schafe sind, die immer nur auf ihrer sicheren langweiligen Weide stehen und vor sich hin grasen.

Sie dagegen ist die Löwin, die rausgeht, die jagen muss (nach Aufträgen), die Revierkämpfe ausficht (mit den Mitbewerbern), die sich behaupten muss…  die also ein komplett anderes Leben führt als ein Schaf.

Sie hat mir erzählt, dass der Druck durch die negative Einstellung ihres Umfeldes von ihr abfiel, als sie anfing, die Kritiker als Schafe und sich selbst als Löwin zu sehen. Und sie hat aufgehört, sich zu rechtfertigen und mit ihnen zu diskutieren und damit Energie zu verschwenden – denn Schafe können sowieso nicht verstehen, was Löwen antreibt.

Mir hat diese Frau sehr imponiert, denn ich stelle es mir sehr schwierig vor, ohne Unterstützung vom Ehepartner und von Familie und Freunden und sogar gegen deren Widerstand den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Dazu gehört sehr viel Mut und Kraft und das Herz einer Löwin.

Übrigens hat sie mir dann noch erzählt, dass sie sich die notwendige Ermutigung, Unterstützung und Motivation bei anderen Selbständigen (anderen Löwen) holt, die in ähnlicher Situation sind und die sie verstehen.

Aus diesem Grund sind Netzwerke so wichtig, bei denen man Gleichgesinnte trifft – wie z.B. „Barbara Fischer & Friends“ 🙂

Johanna Madrasch

Nichts kann im Widerspruch zur Natur existieren, sondern nur im Widerspruch zu dem, was wir darüber wissen. (Dana Scully)

Die Älteren unter euch erinnern sich sicher an die in den 1990er Jahren enorm erfolgreiche Serie Akte X, in der dem ehemals von Aliens entführen und an jegliche Form von mysteriösen Erscheinungen glaubenden FBI-Agenten „Spooky“ Mulder die streng nach wissenschaftlichen Kriterien ermittelnde Agentin und Medizinerin Dana Scully zur Seite gestellt wurde.

Diese sagte diesen Satz in der ersten Folge der 4. Staffel, einem Zeitpunkt, als das Vorhandensein unerklärlicher Phänomene nicht mehr von der Hand zu weisen ist.

Das hat mich sehr beeindruckt, als ich vor Kurzem anfing, mir wieder alte Akte-X-Folgen anzusehen, denn kaum ein Satz beschreibt mein Verhältnis zu Esoterik und verwandten Bereichen besser als dieser.

Als junge Frau hatte ich viel übrig für diese Dinge. Ich ging zur Astrologin und ließ mir ein Horoskop erstellen, ich las Bücher über Zauberei und zauberte selbst. Zur Beantwortung meiner Lebensfragen zog ich ein dem Tarot ähnliches Kartenspiel zu Rate: das Dakini-Orakel.

Einige Jahre später machte ich Bekanntschaft mit der westafrikanischen Yoruba-Kultur, in der der Glaube an Juju, einer Form von Magie, tief verwurzelt ist. Ich hörte verblüffende Geschichten von gelungener Zauberei, bis hin zu der eines Fußballspiels, das mittels Magie gewonnen wurde.

Eine mir bekannte Frau, die ansonsten durchaus pragmatisch und eine erfolgreiche Geschäftsfrau war, veröffentlichte zu dieser Zeit ein Buch mit dem Titel „Der Kuss des Voodoo“, in dem sie ihre von Voodoo geprägte Beziehung zu ihrem Ehemann, einem Prinzen aus dem westafrikanischen Benin, beschrieb.

Ich räume ein, dass ich schon damals gelinde Zweifel an einigen dieser doch teilweise sehr abenteuerlichen Geschichten hatte, die sehr überzeugende Darstellung der Beteiligten stand dazu im Widerspruch.

In den folgenden Jahren kam dieses Thema jedoch mehr und mehr aus der Mode. Ich entwickelte eine Begeisterung für die Wissenschaft und fühlte mich wohl und sicher auf dem Boden von beweisgestützten Tatsachen.

Diese Ansicht wurde noch verstärkt, je mehr sich fundamentalistische Weltsichten verbreiteten. Mein zuvor eher indifferentes Verhältnis zu Religion wandelte sich zu Ablehnung, da ich mehr und mehr zu der Überzeugung gelangte, dass diese hauptsächlich genutzt wurde und wird, um Macht auszuüben und Menschen zu manipulieren. Dies geschieht unter Ausnutzung der Tatsache, dass viele Menschen lieber die Verantwortung für ihr Leben an eine dubiose überirdische Macht abgeben, als diese selbst zu übernehmen. Davon bin ich übrigens bis heute überzeugt.

Dennoch habe ich in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass viele Dinge, die unter der Überschrift Magie oder Esoterik stehen könnten, tatsächlich funktionieren. Doch was steckt dahinter?

Vor einiger Zeit las ich einen Artikel, in dem es um die sogenannte Intuition ging, die Eingebung, die uns sofort die richtige Lösung eines Problems oder die Antwort auf eine Frage vermittelt, ohne dass wir anscheinend die dafür notwendigen Informationen gehabt hätten. Tatsächlich ist es jedoch so, dass wir über viel mehr Informationen verfügen, als uns bewusst ist. Gerade in Situationen, die ein schnelles Handeln erfordern, sind wir in der Lage, blitzschnell auf diese Informationen zuzugreifen und auf dieser Basis eine Entscheidung zu treffen. In einem Moment der Gefahr ist nunmal keine Zeit für langes Nachdenken oder sogar Recherchieren.

Ein gutes Beispiel ist auch die Wahrsagerin, die ihr völlig unbekannten Menschen überraschend exakte Ratschläge oder sogar Voraussagen erteilen kann. Voraussetzung hierfür ist in erster Linie eine sehr gute Wahrnehmung, Einfühlungsvermögen und einige gezielte Fragen. Oftmals kommunizieren die Ratsuchenden auch schon selbst mehr, als ihnen bewusst ist. So lassen sich hier schon sehr umfangreiche Erkenntnisse über eine Person gewinnen. Mit etwas Erfahrung kann man dann schon eine Analyse oder sogar Prognose erstellen.

Ähnlich verhält es sich beispielsweise mit der Hypnose. Was vielen nur als „Bühnen-Hokuspokus“ bekannt ist, ist tatsächlich eine erprobte psychologische Technik, die im Zustand der Entspannung durch Wiederholung Botschaften im Unterbewusstsein verankert, sodass diese von dort aus wirken können.

Dies sind einige Beispiele, wo magisch anmutende Erscheinungen bereits wissenschaftlich erklärt wurden. Allerdings ist das erst die Spitze des Eisberges, der weitaus größte Teil ist bis heute unter der Oberfläche des Meeres des Geheimnisvollen verborgen.

Ich bin überzeugt, dass in der Zukunft mehr und mehr davon zu Tage treten wird und wir in der Lage sein werden, diese Phänomene zu verstehen und für uns zu nutzen.

Die Wahrheit ist irgendwo da draußen.

Life isn’t about finding yourself. Life is about creating yourself. (George Bernard Shaw)

Ein Satz, den ich nicht nur in meiner Theaterarbeit häufig höre, ist „Das bin nicht ich.“
Dieser Satz fällt gern dann, wenn jemand z.B. eine Theaterrolle spielen soll, die anders ist, als die Person selbst. Oder ein Kostüm tragen soll, was sie sich selbst nie aussuchen würde. Oder wenn man über neue Jobmöglichkeiten nachdenkt und jemand sich eine Idee nicht für sich vorstellen kann.
Ehrlich gesagt, rolle ich bei diesem Satz innerlich manchmal mit den Augen.
Für mich fühlt sich dieser Satz oft nach Einschränkung an. Nach einem limitierten Blick auf sich selbst. Denn er beinhaltet gar nicht das, was man selbst noch alles sein könnte, aber momentan eben noch nicht ist.

Jeder Mensch hat bestimmte Vorlieben und Abneigungen, die seine Persönlichkeit definieren. Die meisten haben einen bestimmten Stil, trauen sich manches und anderes nicht, haben ihre eigenen Werte und leben danach.

All diese Interessen und Eigenschaften sind im Laufe des Lebens jedoch erst entstanden. Sie sind durch Ausprobieren und Resümieren gewachsen, durch Offenheit und Lust auf Neues.
Das heißt, dass wir uns ständig weiterentwickeln, dass wir wachsen. Und das muss auch im Erwachsenenalter nicht vorbei sein.
Ich glaube nicht, dass wir irgendwann fertig sind, dass wir uns „gefunden“ haben. Viel eher tragen wir das Potential in uns, immer wieder auch neue Seiten an uns zu entdecken, die wir vorher noch nicht kannten. Seiten, die vielleicht durch Ängste abgeschirmt waren und darauf warten, zum Vorschein zu kommen.

Genau deshalb liebe ich das obige Zitat von George Bernard Shaw. Wir sind etwas, was wir unser ganzes Leben selbst kreieren. Durch unsere Entscheidungen, unsere Wünsche und Ideen. Wir können die Person, die wir gern sein möchten, mit Geduld und Spucke zusammenbauen. Und immer noch die Option haben, neue Facetten hinzuzufügen. Wir sind unser eigenes Werk, das wir aktiv selbst in die Hand nehmen.
Am schönsten ist es, wenn wir uns unserer Veränderungen bewusst sind und sie zelebrieren.
Zum Abschluss deshalb noch ein weiteres Zitat als Sahnehäubchen oben drauf, aus meiner Lieblingsserie „Doctor Who“:

„We all change, when you think about it. We’re all different people all through our lives. And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving, so long as you remember all the people that you used to be.“

Sarah Bansemer

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. Søren Kierkegaard

wozu vergleichen?

Kürzlich wurde mir eine schwierige Frage gestellt, die viele Selbständige häufig beantworten sollen: Was machst Du anders als Andere?

Ganz abgesehen davon, dass ich die „Anderen“ gar nicht alle kennen kann, scheint mir die Frage auch ziemlich in die Irre zu führen. Denn eine sinnvolle Antwort würde doch voraussetzen, dass der oder die Fragende schon ganz viele „Andere“ kennen muss, um die Wahrheit meiner Aussage zu prüfen. Nehmen wir also an, ich antworte – wie die meisten meiner Kollegen – mit einer Beschreibung meines Angebots [und das ist wirklich einmalig, ich habe es gegoogled 😉 ], woher weiß man dann, ob das stimmt? Ich muss also, um überzeugend zu wirken, einen direkten Vergleich anführen. Zum Beispiel könnte ich erklären, dass Andere weniger tief in die Materie eingedrungen sind, eine schlechtere oder gar keine Ausbildung haben, mehr oder weniger Leistung erbringen, andere Preise haben und so weiter und so weiter …

Damit hätte ich der/dem Fragenden eventuell die Mühe erspart, sich durch entsprechendes Recherchieren selbst ein Bild zu machen. Übrigens wird als Antwort auf diese Frage wohl kaum jemand darauf hinweisen, was Andere besser machen als man selbst… Was wäre also damit erreicht?

Und warum wird diese Frage überhaupt gestellt?

Vermutlich soll es die Antwort auf eine ganz andere Frage erleichtern. Nämlich auf die Frage, ob ich „besser“ oder sogar „die Richtige“ bin. Die richtige Unterstützerin zur Lösung eines Problems, die richtige Gesprächspartnerin für eine Diskussion, die richtige Geschäftspartnerin oder vielleicht sogar die richtige Freundin? Und mit „richtig“ ist eigentlich eher „passend“ gemeint. Es geht – so glaube ich – um die Frage, was wir miteinander anfangen können, womit wir uns gegenseitig ergänzen, unterstützen, nützlich sein können oder sogar, ob wir uns mögen. Doch wie soll man auf diese – unausgesprochenen – Fragen antworten, wenn man an Anderen gemessen wird?

Oder geht es vielleicht sogar um einen offen oder verdeckt ausgetragenen Wettbewerb? Wer ist besser, schneller, klüger, preiswerter, nachhaltiger, erfolgreicher… als die Anderen? Geht es um Sieg oder Niederlage in einem Wettkampf? Um was wird da gekämpft?

In meinem schon etwas längerem Leben habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Welt voller guter, kluger, mutiger und vor allen EINMALIGER, unverwechselbarer Menschen ist. In diesem Sinne ist jede und jeder „Richtig“. Das heißt nicht, dass es nicht auch Menschen gibt, zu denen ich nicht passe – weil unsere Ansichten zu gegensätzlich sind, weil wir uns nicht verständigen können, zu verschiedene Lebensmodelle und Interessen haben oder weil wir uns eben doch nicht mögen. Aber deshalb ist doch keiner von uns falsch und der andere richtig – wir sind nur anders. Und deshalb lohnt sich das Vergleichen für mich nur, wenn es wettbewerbs-frei ist!

Ich habe für mich daraus eine Aufgabe abgeleitet: Wenn Du lernst, die Verschiedenheit der Menschen und ihrer Lebensentwürfe als Bereicherung zu empfinden, wirst Du selbstbewusster und das Glück kommt in Gestalt der „passenden“ Begegnungen öfter als bisher von selbst zu Dir. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen viele spannende Treffen in unserem Netzwerk Barbara Fischer & Friends

Karin Rasmussen

Warte nicht darauf, dass die Menschen Dich anlächeln … zeige ihnen, wie es geht (Pippi Langstrumpf)

Wenn man jemanden anlächelt, dann signalisiert man: Ich sehe Dich, ich nehme Dich wahr, ich bin Dir freundlich gesinnt. Eigentlich ganz einfach.

Aber warum fällt es uns dann oft so schwer, warum begegnen sich die Menschen im öffentlichen Raum meist mit griesgrämigen Gesichtern, sehen sich nicht an, starren auf ihr Handy?

Ich habe manchmal den Eindruck, als gäbe es ein ungeschriebenes Gesetz, dass man Fremde, denen man zufällig begegnet, möglichst ignoriert. Dass man ihnen nicht freundlich gegenübertritt oder gar Kontakt aufnimmt.

Das finde ich sehr schade, denn solche kleinen Begegnungen machen doch das Leben lebenswerter. Kinder machen uns das vor, sie nehmen ihre Umgebung aufmerksam wahr, gehen auf Fremde zu, sprechen sie an – und in der Regel freut sich der Angesprochene darüber.

Das können wir Erwachsenen doch auch: ein nettes Wort zur Verkäuferin im Supermarkt, ein Dank an den Paketboten, der einem das Paket in die vierte Etage gebracht hat, ein freundlicher Blick und ein Lächeln für die täglich gleichen Mitfahrer morgens in der U-Bahn (ich weiß, der Vorschlag mit der U-Bahn ist gewagt – das ist eher was für Fortgeschrittene).

Ich versuche solche Dinge zu praktizieren, weil ich denke, dass es meinen Alltag angenehmer macht und dass der/die Gegenüber sich über solche einfachen Gesten freut.

Und manchmal beginne ich sogar mit Fremden ein kleines Gespräch! Und dabei lernt man tatsächlich interessante Menschen kennen 🙂

Zum Beispiel habe ich vor einiger Zeit im Bus neben einer Dame gesessen und wir haben uns kurz unterhalten (wirklich kurz, ungefähr zwei Sätze lang) – über das Wetter, der Klassiker.
Dann bin ich ausgestiegen, um in die U-Bahn umzusteigen. Und wer steht auf dem Bahnsteig ein kleines Stück weiter? Die Dame aus dem Bus.
Statt sie zu ignorieren – wie es wohl die meisten gemacht hätten – habe ich sie angesprochen. „So sieht man sich wieder…“ ist nicht originell, aber immerhin ein Gesprächsanfang. Und es hat sich dann ein sehr interessantes Gespräch entwickelt (die U-Bahn war mal wieder „unregelmäßig“). Am Ende haben wir Kontaktdaten ausgetauscht und sie hat mich zu einer ihrer Veranstaltungen eingeladen und ich habe sie zu einer meiner Veranstaltungen eingeladen.

Ein anderes Beispiel: Neulich war ich mit meinem Mann in der Kirschblütenallee bei Teltow spazieren. Dort begegnete uns ein Paar, der Mann machte Fotos von seiner Partnerin unter der Blütenpracht. Die Frau hatte ein Kleid an, das farblich perfekt zu dem Rosa der Kirschblüten passte – das sah richtig toll aus. Und das habe ich ihr auch gesagt, einfach so. Ein strahlendes Lächeln ging über ihr Gesicht, sie hat sich über mein Kompliment offensichtlich sehr gefreut. Und ihr Partner guckte irritiert – gar nicht, weil ich als Fremde seiner Frau ein Kompliment machte, sondern weil  er offensichtlich die perfekte Farbzusammenstellung noch gar nicht bemerkt hatte (Männer!).

Versuch es einfach mal: Lächle die Menschen an, denen Du zufällig begegnest, sag ihnen ein freundliches Wort. Du wirst überrascht sein, was das bewirkt: Du bekommst bessere Laune, der Angesprochene bekommt auch bessere Laune und fühlt sich als Mensch wahrgenommen – und vielleicht entwickelt sich sogar ein kleines nettes Gespräch.

Und die Welt wirkt gleich ein bisschen freundlicher.

Johanna Madrasch

Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt (Konfutius)

Konfuzius

Dieses Zitat hatte ich so gar nicht auf dem Plan, als ich überlegte, welche Weisheit ich euch auf der Friends-Seite präsentieren möchte.

Und dann kam der Tag, an dem ich das regelmäßige Laufen begann. (Ja. Und tatsächlich laufe ich nun schon seit beinahe sechs Wochen regelmäßig.)

Für jemanden wie mich, deren Lungen bereits zu platzen drohen, wenn ich nur mal einem Bus hinterher renne, war dieses erste Mal eine ziemliche Überwindung.

Und dann fiel mir dieses Zitat ein. Und ich setzte einen Fuß vor den nächsten und lief so weit, wie es meine Kondition an diesem Tag zuließ.

Und ging dann eine Weile. Und lief dann wieder.

Und fand Gefallen am Laufen.

Immer noch wechsele ich ab mit Laufen und Gehen. Und immer, wenn ich zum Laufen wieder ansetze, kommt mir das Zitat in den Sinn.

Mich motiviert es ungeheuer, ANZUFANGEN.

Wenn ich mir direkt die ganze Strecke vorstellen würde, das wäre Überforderung pur. Aber den ersten Schritt zu tun – das geht.

Und dann setze ich mir Zwischenziele: bis zur nächsten Bank – super. Bis zum Baum. Geschafft. Weiter. Bis zu den spielenden Hunden …usw.

Als ich mich im Herbst 2017 selbständig gemacht habe, habe ich das im Grunde auf die gleiche Art und Weise gemacht. Bloß nicht alles auf einmal bewältigen wollen. Bloß nicht mich mit Dingen befassen, die noch längst nicht dran sind.

Ich erinnere mich, wie ich beschlossen hatte, ALLE Ordner neu zu sortieren und auszumisten, was ich nicht mehr benötige. Ziel war, mir Klarheit zu verschaffen, WO sich WAS befindet und eine neue sinnvolle Sortierung für mein Leben als Selbständige zu finden. Auf diese Idee bin ich übrigens nicht von alleine gekommen. Ich hatte mir ein Coaching gegönnt. Und diese Frau regte mich zu diesem grundlegenden Aufräumen an.

Innerhalb von kürzester Zeit stand ich in einem Wust von Papieren und Ordnern. Chaos auf dem Fußboden. Wieder mal das Gefühl der nahenden Ohnmacht. Wo anfangen?

Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

Mein erster Schritt bestand darin, einen Tee aufzusetzen und mich zu informieren über solch spannende Fragen wie „Wie lange muss ich Gehaltsabrechnungen/Kontoauszüge/Finanzamtsbescheide aufbewahren?“

Am Ende des Tages hatte ich jede Menge Papier zum Entsorgen. Und keinen Schredder. Ja. Irgendwas ist immer – aber das ist ein anderes Zitat.

Ilona Clemens