Männer sind anders, Frauen auch.

Am letzten Freitag fanden sich in bester Sommerlaune Männer und Frauen ein, um dem Impuls von Katja Rossel zu weiblichen und männlichen Kommunikationsmustern zu lauschen. Denn obwohl man meint, dass dieses Thema bereits landläufig und ausgiebig diskutiert wurde, sind doch noch immer viele Fragen offen und die Missverständnisse verbreitet.

Barbara Fischer stellt das Netzwerk BF & Friends vor.

Obwohl natürlich jeder Mensch beide Seiten in sich trägt, hilft es zum besseren Verständnis, die extremen Ausprägungen zu beschreiben und anzuschauen. Hier geht es nicht darum, Fehler in der Kommunikation zu suchen, sondern – auf weibliche Art – zu zeigen, was funktioniert.

Katja Rossel

Als erstes lenkte Katja unseren Blick auf männliche und weibliche Organisationsstrukturen. Uns allen bekannt ist natürlich wie typisch männliche Struktur: die Pyramide, die Hierarchie. So kennen wir klassische Organisationen, Unternehmen, Staat und Kirche.

Weibliche und männliche Kommunikationsstrukturen

Ganz anders funktioniert eine weibliche Organisationsstruktur. Da jede Frau gerne Queen in ihrem eigenen Queendom sein möchte, wird sie sich genauso wenig gerne unterordnen, wie sie andere beherrschen möchte. Vielmehr entspricht ihrer Natur die Struktur des Netzwerks, in dem sich jede mit den anderen verbinden kann und alle sich auf Augenhöhe begegnen.

Ähnlich unterschiedlich sind die natürlichen Daseinszustände und Lebensprinzipien von Männern und Frauen: Diese werden besonders gut durch die Begriffe „machen“ und „sein“ beschrieben. Das Machen entspricht der männlichen Natur, mit Fleiß und Selbstdisziplin werden Ziele verfolgt, den Blick auf das Ziel gerichtet. Die Sichtweise ist demzufolge konvergent.

Das Lebensgefühl der Frauen in ihrer idealen Ausprägung ist demgegenüber das Sein. Aus der Mitte dieses Seins heraus kann sie ihre Wahrnehmung in alle Richtungen erstrecken und Signale aufnehmen und aussenden. Ihr Prinzip ist die Divergenz.

Katja Rossel erläutert weibliche und männliche Kommunikationsmuster.

Dies erinnert natürlich zunächst an die Mutter, die als Mittelpunkt der Familie die Abläufe steuert, das Muster lässt sich jedoch durchaus auf andere Konstellationen übertragen. Auch viele Unternehmen haben heutzutage ähnliche Strukturen adaptiert, auch im Geschäftsleben kann Frau durch ihr Sein Geld verdienen, wenn sie ihre Anlagen richtig zu nutzen weiß.

Doch wie können diese beiden scheinbar gegensätzlichen Systeme zusammenwirken?

Katja erläuterte dies am Beispiel von Pilot und Radar. Ihr ahnt es schon: Hier ist der Mann der Pilot, die Frau der Radar. Beide können nicht ohne einander sein bzw. ergeben sie allein keinen Sinn. Erst wenn beide Hand in Hand miteinander arbeiten, wird das Ziel erreicht.

Katja Rossel erläutert weibliche und männliche Kommunikationsmuster.

Dass das nicht immer einfach ist, liegt unter anderem interessanterweise daran, dass beide Geschlechter eine latente Abneigung gegen einander hegen. Frauen fühlen sich von Männern eingeschüchtert und Männer vermissen die Anerkennung, besonders, wenn sie Führugnrollen innehaben.

Dem begegnen wir am besten, wenn wir unsere Vorstellungen, wie der Andere unserer Auffassung nach zu sein hat, beiseite lassen, und statt dessen unserem Gegenüber mit Wertschätzung auf Augenhöhe begegnen.

Als Frauen tun wir gut daran, uns nicht durch männliches Dominanzverhalten einschüchtern zu lassen, sondern uns vor Augen zu führen, dass dies in der Regel nicht persönlich gemeint ist. Begegnen wir Männern stattdessen mit Offenheit, lassen sie unsere Wertschätzung spüren und öffnen ihnen unser Herz, kommt die Botschaft auch an.

Jedenfalls meistens 😉 Gibt es doch bei den Frauen und in der Kommunikation kein „Richtig“ oder „Falsch“, sondern immer „sowohl als auch“. Oder wie Lotti Huber (https://de.wikipedia.org/wiki/Lotti_Huber) gesagt hätte: „Es geht auch anders, aber so geht es auch.“

Dazu passt der spontane Kommentar eines männlichen Teilnehmers, der abschließend anmerkte, nach allem, was Katja hier beschrieben hätte, müsse er wohl eine Frau sein.

Barbara Fischer stellt das Netzwerk BF & Friends vor.

Im Anschluss tauschten sich die Teilnehmerinnen mit der üblichen Wertschätzung auf Augenhöhe aus und führten interessante Gespräche bis in den frühen Nachmittag.

Wir freuen uns nun auf unser nächstes Netzwerktreffen am 30. August, bei dem uns Martín Hiller wieder ein traditionell eher männliches Thema nahebringt: den Umgang mit Geld.

Für die schönen Fotos danken wir wieder Dieter Düvelmeyer.