Nicht, was ich habe, sondern was ich schaffe, ist mein Reich. (Thomas Carlyle)

Foto: Sarah Bansemer

Schon immer war ich ein „Erschaffer“, ein Mensch, der gern etwas produziert. Ich liebe den Akt des Schaffens und war von dem Zitat von Thomas Carlyle sofort begeistert:

„Nicht, was ich habe, sondern was ich schaffe, ist mein Reich.“

Also ist es nicht verwunderlich, dass es dieser Satz auch auf meine Flyer geschafft hat, denn er fasst den Inhalt meiner Arbeit perfekt zusammen.
In meiner Theaterarbeit bringe ich Menschen zusammen, die gemeinsam etwas erschaffen: eine Szene, ein lebendes Bild, eine Choreografie, einen Satz, einen Text oder ein ganzes Theaterstück. Jede*r einzelne ist ein Puzzleteil des großen Ganzen und jede*r einzelne ist gleichzeitig Teil eines Erschaffer-Teams und bringt seine eigenen Ideen, Gedanken und Wünsche ein. Jeder nutzt seine Schaffenskraft, um sich gemeinsam mit den anderen in Form des Theaterspiels ein eigenes Reich zu schaffen.

Und genau das, was wir selbst erschaffen haben, ist das, was uns am glücklichsten macht.
Der kreative Schaffensprozess ist ein wunderbares, unvergleichliches und für uns wahnsinnig wichtiges Gefühl – egal ob wir eine Theaterrolle spielen, einen Artikel schreiben, wissenschaftlich arbeiten, Pflanzen züchten, bauen oder kochen.
Was auch immer es ist – es ist aus uns entsprungen.
Meine Kreativität – das bin ich.

Leider fehlen uns im Alltag oft die Voraussetzungen für schöpferische Kreativität: viel Zeit und ein freier Kopf. Wir haben meist unendliche To-Do-Listen, sind viel unterwegs und abends reicht es dann nur noch für die Lieblingsserie auf dem Sofa. Und das ist auch okay, wir müssen auch einfach abhängen, entspannen und einfach mal nichts machen.
Aber wir brauchen auch das Erschaffen. Wenn es nicht Teil unserer Arbeit ist, kann es Teil unserer Freizeit werden. Wenn es zu Hause nicht so einfach ist, genügend Zeit und Raum für’s kreative Schaffen zu etablieren, können Kurse weiterhelfen. Bei einem Töpferkurs gibt es nur die Drehscheibe und uns, beim Kochkurs tauchen wir intensiv in die Welt der Lebensmittel und deren Zubereitung ein, im Zeichenkurs wartet ein leeres Blattpapier auf unsere Striche und beim Theaterspiel haben wir ohne Ablenkung stundenlang Zeit uns nur mit unserem Körper und unseren Mitspielern zu beschäftigen.

Das eigene Schaffen braucht Raum – und wir sollten immer ein Eckchen Platz dafür haben in unserem Leben.

Sarah Bansemer