Nichts kann im Widerspruch zur Natur existieren, sondern nur im Widerspruch zu dem, was wir darüber wissen. (Dana Scully)

Die Älteren unter euch erinnern sich sicher an die in den 1990er Jahren enorm erfolgreiche Serie Akte X, in der dem ehemals von Aliens entführen und an jegliche Form von mysteriösen Erscheinungen glaubenden FBI-Agenten „Spooky“ Mulder die streng nach wissenschaftlichen Kriterien ermittelnde Agentin und Medizinerin Dana Scully zur Seite gestellt wurde.

Diese sagte diesen Satz in der ersten Folge der 4. Staffel, einem Zeitpunkt, als das Vorhandensein unerklärlicher Phänomene nicht mehr von der Hand zu weisen ist.

Das hat mich sehr beeindruckt, als ich vor Kurzem anfing, mir wieder alte Akte-X-Folgen anzusehen, denn kaum ein Satz beschreibt mein Verhältnis zu Esoterik und verwandten Bereichen besser als dieser.

Als junge Frau hatte ich viel übrig für diese Dinge. Ich ging zur Astrologin und ließ mir ein Horoskop erstellen, ich las Bücher über Zauberei und zauberte selbst. Zur Beantwortung meiner Lebensfragen zog ich ein dem Tarot ähnliches Kartenspiel zu Rate: das Dakini-Orakel.

Einige Jahre später machte ich Bekanntschaft mit der westafrikanischen Yoruba-Kultur, in der der Glaube an Juju, einer Form von Magie, tief verwurzelt ist. Ich hörte verblüffende Geschichten von gelungener Zauberei, bis hin zu der eines Fußballspiels, das mittels Magie gewonnen wurde.

Eine mir bekannte Frau, die ansonsten durchaus pragmatisch und eine erfolgreiche Geschäftsfrau war, veröffentlichte zu dieser Zeit ein Buch mit dem Titel „Der Kuss des Voodoo“, in dem sie ihre von Voodoo geprägte Beziehung zu ihrem Ehemann, einem Prinzen aus dem westafrikanischen Benin, beschrieb.

Ich räume ein, dass ich schon damals gelinde Zweifel an einigen dieser doch teilweise sehr abenteuerlichen Geschichten hatte, die sehr überzeugende Darstellung der Beteiligten stand dazu im Widerspruch.

In den folgenden Jahren kam dieses Thema jedoch mehr und mehr aus der Mode. Ich entwickelte eine Begeisterung für die Wissenschaft und fühlte mich wohl und sicher auf dem Boden von beweisgestützten Tatsachen.

Diese Ansicht wurde noch verstärkt, je mehr sich fundamentalistische Weltsichten verbreiteten. Mein zuvor eher indifferentes Verhältnis zu Religion wandelte sich zu Ablehnung, da ich mehr und mehr zu der Überzeugung gelangte, dass diese hauptsächlich genutzt wurde und wird, um Macht auszuüben und Menschen zu manipulieren. Dies geschieht unter Ausnutzung der Tatsache, dass viele Menschen lieber die Verantwortung für ihr Leben an eine dubiose überirdische Macht abgeben, als diese selbst zu übernehmen. Davon bin ich übrigens bis heute überzeugt.

Dennoch habe ich in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass viele Dinge, die unter der Überschrift Magie oder Esoterik stehen könnten, tatsächlich funktionieren. Doch was steckt dahinter?

Vor einiger Zeit las ich einen Artikel, in dem es um die sogenannte Intuition ging, die Eingebung, die uns sofort die richtige Lösung eines Problems oder die Antwort auf eine Frage vermittelt, ohne dass wir anscheinend die dafür notwendigen Informationen gehabt hätten. Tatsächlich ist es jedoch so, dass wir über viel mehr Informationen verfügen, als uns bewusst ist. Gerade in Situationen, die ein schnelles Handeln erfordern, sind wir in der Lage, blitzschnell auf diese Informationen zuzugreifen und auf dieser Basis eine Entscheidung zu treffen. In einem Moment der Gefahr ist nunmal keine Zeit für langes Nachdenken oder sogar Recherchieren.

Ein gutes Beispiel ist auch die Wahrsagerin, die ihr völlig unbekannten Menschen überraschend exakte Ratschläge oder sogar Voraussagen erteilen kann. Voraussetzung hierfür ist in erster Linie eine sehr gute Wahrnehmung, Einfühlungsvermögen und einige gezielte Fragen. Oftmals kommunizieren die Ratsuchenden auch schon selbst mehr, als ihnen bewusst ist. So lassen sich hier schon sehr umfangreiche Erkenntnisse über eine Person gewinnen. Mit etwas Erfahrung kann man dann schon eine Analyse oder sogar Prognose erstellen.

Ähnlich verhält es sich beispielsweise mit der Hypnose. Was vielen nur als „Bühnen-Hokuspokus“ bekannt ist, ist tatsächlich eine erprobte psychologische Technik, die im Zustand der Entspannung durch Wiederholung Botschaften im Unterbewusstsein verankert, sodass diese von dort aus wirken können.

Dies sind einige Beispiele, wo magisch anmutende Erscheinungen bereits wissenschaftlich erklärt wurden. Allerdings ist das erst die Spitze des Eisberges, der weitaus größte Teil ist bis heute unter der Oberfläche des Meeres des Geheimnisvollen verborgen.

Ich bin überzeugt, dass in der Zukunft mehr und mehr davon zu Tage treten wird und wir in der Lage sein werden, diese Phänomene zu verstehen und für uns zu nutzen.

Die Wahrheit ist irgendwo da draußen.