Zusammenkommen ist ein Beginn. Zusammenbleiben ist ein Fortschritt. Zusammenarbeiten ist ein Erfolg. (Henry Ford)

Dieses Zitat von Henry Ford beschreibt kurz und knackig , wie es einem geht, wenn man als Selbständiger Kooperationen eingehen möchte und gemeinsame Projekte mit anderen plant. Er unterteilt die Entwicklung und Umsetzung von Kooperationen in drei Schritte, im Prinzip gilt das aber für jede Art von Beziehung.

Das erste Stadium des Zusammenkommens erreicht man recht oft. Auf Netzwerktreffen oder bei anderen Gelegenheiten knüpft man Kontakte mit anderen Selbständigen oder Unternehmern, mit denen man sich gerne zusammentun möchte. Da wird festgestellt, dass die Angebote sich ergänzen und es werden Projektideen und andere Planungen für eine Zusammenarbeit angedacht. Dies ist dann der Beginn einer möglichen Kooperation.

Beim zweiten Stadium setzt man sich dann zusammen und bespricht die Einzelheiten und Bedingungen der Zusammenarbeit. Hier kommt dann raus, ob man die gleichen Vorstellungen vom gemeinsamen Projekt hat und ob „die Chemie stimmt“. Haben alle Parteien die gleiche Basis, sind die verschiedenen Ideen und Fähigkeiten der Beteiligte kompatibel, dann kann es an die Planung der Details und die Umsetzung gehen, der „Fortschritt“ nach Henry Ford ist erreicht.

Schon öfter aber habe ich erlebt, dass in diesem Stadium festgestellt wird, dass man besser nicht zusammenarbeitet. Weil die Erwartungen zum Projekt und vom gewünschten Ergebnis zu verschieden sind. Weil es unterschiedliche Vorstellungen darüber gibt, wer sich wie und in welchem Umfang einbringen soll. Weil man feststellt, dass man sich menschlich doch nicht so gut versteht, wie anfangs gedacht. Oder weil irgendetwas anderes nicht passt…

In solch einem Fall sollte man die geplante Zusammenarbeit lieber sein lassen. Denn es kostet nur Zeit und Nerven, wenn man gewaltsam versucht, passend zu machen, was nicht passt. Wenn man aber den Eindruck hat, dass man gut zusammenarbeiten kann, dann geht es weiter:

Im dritten Stadium geht es um die konkrete Umsetzung der Pläne. Jeder leistet seinen Teil der Arbeit, hält Verabredungen ein, unterstützt sich gegenseitig, wenn mal was schief zu laufen droht – das klingt so selbstverständlich, ist es aber nicht.
Oft zeigt sich erst in der tatsächlichen Zusammenarbeit, dass die Vorstellungen vom geplanten Projekt, die eingebrachten Fähigkeiten und Ressourcen und das Engagement doch nicht zusammenpassen. Oder es kriselt menschlich, kommt zu Konflikten.

Wenn das Projekt in diesem dritten Stadium in Schlingern gerät, dann ist das besonders ärgerlich. Denn es wurde schon Zeit, Energie und meistens auch Geld investiert. Darum kann man die Zusammenarbeit meist auch nicht mehr so einfach beenden. Wenn es nicht gelingt, irgendwie wieder auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen und das Projekt noch durchzuziehen, dann ist das sehr ärgerlich.
Henry Ford hat gewusst, dass die gelungene Zusammenarbeit nicht einfach ist, dass da Planänderungen und gegenseitige Zugeständnisse möglich sein müssen – er hat das oft genug selbst erlebt.

Darum bezeichnet er erst die gelungene Zusammenarbeit als „Erfolg“.

Johanna Madrasch