Zum Umgang mit der Macht

Über den Umgang mit Macht hat Karin Rasmussen beim Netzwerktreffen Ende September gesprochen.

Der Begriff Macht wird oft so definiert, dass diejenigen, die einen großen Namen oder einen wichtigen Posten haben, diejenigen sind, die Macht ausüben.

Nach der Definition von Karin ist Macht „die Fähigkeit, andere Menschen zu beeinflussen“ – und hat also nicht unbedingt etwas mit der gesellschaftlichen Stellung zu tun. Kleine Kinder üben Macht aus, indem sie uns durch Geschrei dazu bringen, das zu tun, was sie wollen.

Oft werden wir auch dazu erzogen, keine Macht ausüben zu wollen oder zu glauben, dass wir es nicht können. Typisch sind hier Sätze wie „Du hast nichts zu sagen“ und ähnliches.

Aufgrund der Erziehung ist der Machtbegriff für viele Menschen negativ besetzt.
Dabei hat jeder Mensch Macht, und es ist an ihm oder ihr, selbst zu entscheiden, ob und wofür sie eingesetzt werden soll.

Bei der Definition der Ziele und Aufgaben muss darauf geachtet werden, was dringend und was wichtig ist. Die wichtigen Aufgaben haben immer Vorrang.

In Bezug auf Netzwerke ist zu unterscheiden, wer erreichbar, beeinflussbar und hilfreich ist.

Karin hatte dann einige konkrete Tipps:

  • Nimm dir Zeit für die Selbstreflexion: welche Ziele willst du erreichen, welche Bereiche kannst du beeinflussen (und welche nicht), welche Schritte sind notwendig?
  • Dann sammle Argumente für die Erreichung deiner Ziele und hole dir Unterstützer, die möglichst auch einen Nutzen davon haben.
  • Wer könnte solch ein Unterstützer sein, wen kannst du kontaktieren und dazu bringen, dir bei der Erreichung deiner Ziele zu helfen?

In Bezug auf die Macht über die eigene Zeit („Zeit ist das demokratischste Gut der Welt, jeder hat 24 Stunden am Tag“) rät Karin, dass man klare Prioritäten setzt und dann Ziele und Zwischenschritte zu diesen Zielen definiert. Niemand von uns hat Arbeits- bzw. Lebenszeit zu verschwenden, also sollte die eigene Zeit sinnvoll für die wichtigen Dinge genutzt werden.

Das Thema Geld wurde auch kurz angeschnitten, hier gilt der Dreisatz „spare – spende – investiere“, investiere deine Macht, deine Zeit und dein Geld in Aktivitäten und Verbindungen (Netzwerke), die langfristig Vorteile bringen, z.B. Multiplikatoren, PR oder/und Charity.

Zum Schluss betonte Karin noch einmal, dass wahre Macht bedeutet, selbstwirksam zu sein – wie nützlich bin ich, wie gut erreiche ich meine Ziele.

Und sie warnt davor, sinnloserweise Macht abzugeben. Denn dann sind wir nicht mehr frei, unser Leben selbst zu gestalten. Wenn wir Macht an eine andere Person abgeben, dann sollten wir uns gut überlegen, ob das sinnvoll ist und ob die Person der/die Richtige ist.

Im Anschluss an den Impulsvortrag gab es eine lebhafte Diskussion, in der es vor allem um die unterschiedlichen Definitionen des Begriffs „Macht“ ging. Und wie „mächtig“ wir uns selbst erleben und damit umgehen.

Johanna Madrasch